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Der WebUni-Spieletest

Teil 3: Carcassonne

"Aus großen Tafeln wird eine Landschaft mit Städten und Klöstern, Straßen und Wiesen ausgelegt, die mit jedem Zug größer wird. Mit ihren Gefolgsleuten Ritter, Mönch, Wegelagerer oder Bauer dehnen die Spieler ihren Einfluss auf die einzelnen Bereich ständig aus, um möglichst viele Siegpunkte zu ergattern. Wohl dem, der in heißen Phasen noch Gefolgsleute übrig hat..."

Das Erstlingswerk von Klaus-Jürgen Wrede wurde 2001 zum Spiel des Jahres gekürt.
Obwohl es beim Spielen von Carcassonne zu langem Schweigen kommen kann, so dass man meinen könnte man sitzt vor einem Schachbrett, macht dieses Spiel, das viel taktisches Geschick erfordert, jede Menge Spaß.
Zu Spielbeginn liegt nur die Startkarte, die bereits alle Anlegemöglichkeiten bietet (Stadt, Wiese und Straße). Es werden abwechselnd von den Spielern Landschaftkarten aus dem Vorrat gezogen und an den passenden Karten angelegt. Hierbei muss immer beachtet werden, dass bei allen direkten Kontakten mit anderen Karten die Stadtflächen nur an Stadtflächen, die Wiesenflächen nur an Wiesenflächen und die Straßen nur an Straßen angelegt werden. Mindestens eine Seite der Landschaftskarte muss direkt an eine bereits liegende Karte grenzen. Nachdem diese manchmal schwierige Entscheidung getroffen wurde, darf der Spieler einen seiner Gefolgsleute (unter Carcassonnespielern liebevoll auch Pöppel genannt) auf ein Element der soeben angelegten Karte setzen.

Ein Pöppel wird auf einem Stadtteil als Ritter, auf einem Kloster als Mönch, auf der Straße als Wegelagerer und auf der Wiese liegend als Bauer bezeichnet. Beim Setzen der Pöppel muss darauf geachtet werden, dass sich noch kein anderer Pöppel in der Stadt, auf der Wiese oder der Straße befindet. Durch geschicktes Anlegen kann allerdings auch eine Stadt, eine Straße oder eine Wiese "feindlich" übernommen werden. Sobald ein Element abgeschlossen wird, erfolgt die Punktwertung und jeder Spieler bekommt seine beteiligten Pöppel zurück. Diese kann er in seinem nächsten Spielzug erneut setzen. Falls mehrere Spieler ihre Pöppel in einem Gebiet haben, dann bekommen bei gleicher Anzahl der Pöppel alle Spieler die Punkte. Falls einer die Mehrheit an Pöppeln stellt, dann gehen die Anderen leer aus.

Mit fortschreitendem Spiel werden die Anlegemöglichkeiten und die abzuwägenden strategischen Optionen immer vielfältiger. Zumal immer bedacht werden muss, dass man als Spieler insgesamt nur 7 Gefolgsmänner zur Verfügung hat. Dadurch ergeben sich längere Pausen, in denen die Mitspieler mal mehr und mal weniger (un)eigennützige Ratschläge geben, wo man denn am besten seine gezogene Landschaftskarte anlegen sollte.
Wenn die letzte der 72 Karten angelegt ist, endet das Spiel und es die erfolgt Endabrechnung. Bei dieser können sich noch starke Veränderungen in den Positionen ergeben, da hier besonders die Wiesen viele Punkte einbringen können.

Grundspielvariationen
Jäger und Sammler waren schon lange vor dem Bau großer Burgen in der Gegend ansässig. Ähnlich wie bei Carcassonne werden wieder Landschaften mit Hütten und Flüssen gebildet. Neu sind die Zusatzkarten, welche gelegt werden dürfen, wenn ein abgeschlossener Wald Gold abwirft.

Eine weitere eigenständige Version ist Mayflower. Das Grundprinzip ist dasselbe wie beim Originalspiel, nur wird hier ein neuer Kontinent entdeckt und gen Westen gezogen. Punkte werden als Sheriff, Bandit, Trapper oder Farmer kassiert, jedoch nur, wenn ihr schneller als die Landvermesser seid.

Bei Neues Land entstehen Gebirge, Ebenen, Seen und Inseln. Der Spieler ist als Entdecker, Räuber oder Seemann unterwegs. Der Spielverlauf ist wie bei Carcassonne, mit kleinen Änderungen: Gefolgsleute können bei jedem Spielzug entweder gesetzt oder zurückgenommen werden, wobei dann sofort die Wertung des evtl. noch nicht abgeschlossenen Gebietes erfolgt. Ein weiterer Unterschied zum Originalspiel ist, dass alle Gefolgsleute unabhängig davon, wer die Mehrheit an Pöppeln auf der Fläche hat, Punkte bekommen.

Erweiterungen
Carcasonne - Die Erweiterung:
Sie bietet einen weiteren Satz an Pöppeln für einen 6. Mitspieler und den FETTEN. Der fette Pöppel zählt beim Abschliessen einer Fläche zweifach. Die 18 neuen Landschaftskarten bieten neue Möglichkeiten und Gemeinheiten im Spielverlauf.

2. Erweiterung Händler & Baumeister:
Bei dieser Erweiterung kommen neue Figuren hinzu: zum Einem gibt es Baumeister, die u.U. Doppelzüge erlauben und zum Anderen Schweinchen, die den Wert einer Wiese erhöhen. Außerdem gibt es 24 neue Landschaftskarten mit Waren, welche am Ende die Punkteverteilung noch einmal durcheinanderwirbeln können.
3. Burgfräulein und Drache:
Diese Erweiterung scheint die Spieler zu Spalten. Einige lieben es mit Hilfe des Drachen die gegnerischen Pöppel zu fressen, andere finden es nicht gut, wenn das Burgfräulein einen Gefolgsmann aus der Stadt vertreibt. Aber jeder liebt die Geheimgänge, die bereits auf normalem Wege unzugängliche Wiesen oder andere interessante Flächen erreichbar machen, und die kleine schützende Pummelfee. Diese Erweiterung bietet erweiterten Spass mit 30 neuen Landschaftskarten.
6. Erweiterung Graf, König und Konsorten:
Dieses Paket beinhaltet mehrere Mini-Erweiterungen. Der Graf von Carcassonne bietet die Möglichkeit, sich in feindliche Städte o.ä. leichter einzuschleichen. Einen veränderten Spielstart liefert der Fluss II. Die dritte Mini-Erweiterung ist König und Raubritter, die den Spieler mit der größten Stadt bzw. der längsten Straße belohnt. Diese Mini-Erweiterungen sind auch einzeln erhältlich. Als Zusatz in dieser Kombination befinden sich jedoch 5 neue Karten: die Kultstätten, die das heidnische Pendant zu den Klöstern sind.

Fazit: Carcassonne ist ein abwechslungsreiches Strategielegespiel, das den Spieler immer wieder mit neuen Spielsituationen konfrontiert und daher nie langweilig wird.

Alles Wichtige auf einen Blick
Carcassonne
Spieler: 2-5
Alter: ab 8 Jahren
Zielgruppe: taktische Spieler
Spieldauer: 30 bis 45 Minuten (mit Erweiterungen verlängert sich die Spielzeit entsprechend)
Preis: um 12€

Die in diesem Artikel genutzten Bilder entstammen dem Internetauftritt von Hans im Glück.

Und was spielst Du?
Der WebUni-Spieletest soll eine fortlaufende Serie werden. Die WebUni-Redaktion hat zwar viele gute (und schlechte) Spiele im Schrank, aber alles können wir ja auch nicht kennen. Wer also Lust hat ein Spiel hier vorzustellen, der kann dies gerne tun. Eine kurze Rückmeldung an madcynic oder Flint und ihr könnt in der Regel sofort loslegen.
geschrieben von deegee am 29.03.2010