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BUGA 2009 in Schwerin

oder: laufen, laufen, laufen...

„Die Gartenkunst gehört zu den wichtigsten gestalterischen Kräften der
Gegenwart und Zukunft. In Schwerin wird 2009 die Geschichte der Gartenkunst
zum Großereignis. Die Bundesgartenschau 2009 „Sieben Gärten Mittendrin“ zeigt
das reiche gartenkünstlerische Erbe der Landeshauptstadt Mecklenburg-
Vorpommerns – und bezieht Position zu der Frage nach Originalität und
Fortschreibung des Gartendenkmals.“ (Zitat: Auszug Standardpressetext)

Am 27.06.09 besuchten wir (reblis, ich sowie ein befreundetes Pärchen) die am 23.04.09 eröffnete Bundesgartenschau in Schwerin. Und womit beginnt solch ein Ausflug? Richtig! Mit frühem Aufstehen! Mein Wecker klingelte 4.45 Uhr, um den Zug 7.08Uhr vom Magdeburger Hauptbahnhof zu bekommen. Abgesehen davon, dass er teilweise überfüllt war und eine Mutti vor unseren Augen auf dem Gang ihrem Kind die Windeln wechselte, verlief die Fahrt reibungslos. Das heißt, keine nennenswerten Verspätungen.
Der restliche Weg zur BUGA verlief auch problemlos, da wir gut informiert waren (Vorabinfos aus dem Internet sowie massig Schilder in Schwerin – man KANN die BUGA gar nicht verfehlen). Sogar in der Straßenbahn gab es Extra-Personal, welches den Besucher half. Da wir so nun schon um 10Uhr vor den Toren der Bundesgartenschau standen, waren die Kassenschlangen sehr kurz. Die Preise sind akzeptabel (Erw. 16€ / erm. 14€ ). Allerdings haben wir auf der Rückfahrt erfahren, dass wir mit unserem Schönes-Wochenende-Ticket noch 1€ hätten sparen können...naja.
So, was nun? Wohin wendet sich eine begeisterte Hobbyköchin zuerst? Wieder richtig! In den Küchengarten!
Was für eine Freude! Hübsch angelegte Beete beleben den ehemaligen Küchengarten früherer Großherzöge. Dort gibt es u. a. einen Gemüsegarten, eine Kleingärtnerausstellung, Obstbäume und eine Kräuterecke, die es mir sehr angetan hatte.

Der am intensivsten gestaltete Ausstellungsbereich in diesem Garten ist der „Gedeckte Tisch“ vor der Blumenhalle. Dort gibt es den „Suppenteller“, wo essbare Wasserpflanzen zu sehen sind; die „Duftterrine“ mit duftender Flora wie z. B. Schokoladenminze; die „Räucherschale“ (ein von hohen Bambusstäben umgebenes Podest), welche psychoaktive Pflanzen zeigt, sowie vieles mehr.



In der Blumenhalle sind Blumen zu sehen...Überraschung. Nicht so spannend, auch wenn ich zahlreiche Blüten fotografiert habe und sehr von einer großen Kannenpflanze angetan war.
Nächster Anlaufpunkt war der Ufergarten (auf dem Weg zum Naturgarten, von dem wir uns viel versprachen). Der Ufergarten liegt...am Ufer! Na sowas! Für alle, die es noch nicht wußten : Die diesjährige Bundesgartenschau findet in der Parklandschaft um das Schweriner Schloss statt, dem Schloss inklusive. Und was für ein Schloss! Ein Märchenschloss auf einer Insel! Sollte man auf jeden Fall gesehen haben.
Ich schweife ab. Also, der Ufergarten bietet u.a. ein Seerosenfeld, welches ich in Monet-weise fotografiert habe: Makro einstellen an der Kamera und wackeln beim auslösen.
Sehr interessant war auch die „Schwimmende Brücke“. Eine Brücke über die Schlossbucht zum Marstallgarten. 325 m lang, aus 20 Pontons zusammengesetzt, jedes Teil 27t schwer. Toll, oder? Eine Brücke über Wasser und nur 2,50 m breit!!! Ein Grund nicht drüber zu gehen...Der Marstallgarten wird es mir verzeihen. (Anm.: Ich hasse Brücken.)

In diesem Teil der BUGA wird auch ein altslawisches Boot nachgebaut, welches Ende September / Anfang Oktober zu Wasser gelassen werden soll. Interessant ist es beim Schnitzen zuzuschauen, allerdings war noch nicht viel zu erkennen.
Somit kamen wir nun denn zum Naturgarten. Zu sehen gibt es dort für mich nichts spannendes, daher haben wir uns dort auch nicht lange aufgehalten. Es gibt ein „Spielplatz der Atolle“, eine Kinderbauernhof, eine grüne Schule sowie noch andere Kleinigkeiten dort. Also falls ihr Kinder mitnehmt, dort könnt ihr sie lassen! A propos Kinder : Es gab irgendwo auch „Kinderschminken“. Dort gab es eine kleine Warteschlange, aus ca. 60 Jahre alten Damen bestehend...
So, Naturgarten erledigt, auf zum Schlossgarten. „[Im Schlossgarten]erlebt der Besucher[...] die historischen Gestaltungsideale herrschaftlicher Parks und erhält einen Einblick in die Leistung der Gartendenkmalpflege.“ (Zitat: offizieller Wegweiser zur BUGA) Dort gibt es viel zu sehen, es ist der größte Teil der BUGA in Schwerin. Wunderschön anzusehen ist die Blumenkaskade. Wie ein Wasserfall fliesst sie den Berg hinab auf das Schloss zu – ein tolles Fotomotiv. Gleich nebenan ist die Freilichtbühne zu finden. Meine persönliche Meinung ist, dass die Magdeburger Freilichtbühne wesentlich schöner ist, denn das Dach der Schweriner finde ich...komisch. Weiter südlich, so ziemlich an der südlichsten Stelle des Gartens befindet sich der Ausstellungsschwerpunkt dieses Bereiches: das Hippodrom, eine ehemalige großherzogliche Reitbahn. Hier ist die Ausstellung „Grabgestaltung und Denkmal“ zu finden. Sehr schön angelegte Gräber und beeindruckene Steinmetzarbeiten sind dort anzuschauen. Das Hippodrom allein ist aber schon durch seinen alten Baumbestand beeindruckend.

Auch im Schlossgarten zu finden ist der „Heckengarten“, der als kleiner Irrgarten angelegt wurde. Hier sind unterschiedliche Heckenbepflanzungen in unterschiedlichen Höhen zu sehen. Nett. Im Schlossgarten gibt es noch viel mehr zu sehen, schaut es euch an.
Unser Weg führte uns nun zurück in den Garten des 21. Jahrhunderts, den wir anfangs nur durchquerten um zum Küchengarten zu gelangen. Es ist der Eingangsbereich, wo u. a. zahlreiche Infostände, der BUGA-Markt, ein Café und ein begehbares Luftbild zu bestaunen sind. Letzteres ist 14 x 16 m groß und zeigt die Region um Schwerin (Aufnahmedatum: April / Mai 2008).
So, es gibt noch viel mehr zu berichten und viel mehr zu sehen. Aber genauso, wie mir die Füße nach diesem Ausflug schmerzten, geben meine Finger langsam den Geist auf. Als Fazit für mich, die ja nur die BUGA Magdeburg als Vergleich hat: sehr weitläufig, viel Park, wenig Gestaltung. Aber das Schloss macht vieles wieder gut. Aber dafür braucht man keine BUGA, denn der Park dazu war vorher schon da und lädt auch so zum Verweilen ein.

Fakten:
Eröffnung 23.4.09
Abschluss 11.10.09
Erwartete Besucher 1,8 Mio.
Gesamtbudget 74,5 Mio. Euro
Gesamtfläche 550 000 qm
Ausstellungsfläche gesamt 39 500 qm
Eintrittspreise Tageskarte 16 Euro / 14 Euro

Ausblick:
Die BUGA ist nicht zu bremsen, die nächsten drei Lokalitäten stehen schon fest: 2011 Koblenz, 2013 Hamburg (IGS), 2015 Havelregion. Für 2017 gibt es 2 aussagekräftige Bewerbungen und 2019 gibt es in Heilbronn Blümchen zu schauen. Die Gärtner, Architekten und der Tourismus werden sich freuen.
geschrieben von janine am 28.06.2009