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Gremienwahlen 2009 an der Universität

Vom 2. - 4. Juni darf an der Uni wieder gewählt werden!

Auch in diesem Sommer werden, wie jedes Jahr, die Studierenden der Otto-von-Guericke-Universität an die Wahlurnen gerufen. Zu wählen sind die studentischen Vertreter für den Senat, den Studentenrat, die Fachschaftsräte und Fakultätsräte. Jedes Jahr auf's neue steht man also wieder vor der Frage: Was wähle ich eigentlich und wen soll ich wählen?

Wer wählt und wer kann gewählt werden?

Jeder Studierende kann wählen und sich zur Wahl stellen. Zur Wahl stehen die Mitglieder für Fachschaftsräte, Studentenrat, Senat und Fakultätsräte. Der Studierendenrat und die Fachschaftsräte der Fakultäten können allerdings nur von den Studierenden gewählt werden, die auch Mitglied der Studierendenschaft sind. Diese Mitgliedschaft erhält man automatisch mit der Immatrikulation und behält sie bis zur Exmatrikulation, es sei denn man tritt während des Studiums aus der Studierendenschaft aus. Hat man diesen Schritt vollzogen, so kann man u.a. nicht mehr wählen und kann ggf. von Veranstaltungen der Fachschaftsräte oder des Studentenrates ausgeschlossen werden oder muss bei Veranstaltungen den Normalpreis bezahlen, wenn dieser subventioniert wird. Dafür spart man sich halt jedes Semester einen Teil des Semesterbeitrages. Eine Kandidatur für die Fachschaftsräte und den Studierendenrat ist im Gegenzug auch nur dann möglich, wenn man noch Mitglied der Studierendenschaft ist.

Gewählt wird an der Otto-von-Guericke-Universität nach Listen, d.h. jeder Kandidat wird einer Liste zugeordnet. Diese Listen sind nicht immer im Sinne einer gewissen politischen Zugehörigkeit zu verstehen. Manche Listen repräsentieren auch einfach nur alle Kandidaten einer bestimmten Fakultät. Allerdings gibt es an der Universität auch mehrere (politische) Hochschulgruppen (HSG), die sich zur Wahl stellen. Die entsprechenden Plakate dürfte wahrscheinlich jeder auf dem Campus schon gesehen haben. Vor allem die Kandidaten für den Studierendenrat gehören meist einer solchen HSG an. So treten dieses Jahr folgende Hochschulgruppen für den Studierendenrat an:

  • Liste 1: "RCDS – Attraktive Hochschulpolitik"
  • Liste 2: "JuSo – HSG Yes, we can NOCH BESSER"
  • Liste 3: "GHG – Die Grüne Hochschulgruppe"
  • Liste 4: "Sekt – Studenten, engagiert, kompetent, tolerant"
  • Liste 5: "STUDENTISCHE INTERESSEN"
  • Liste 6: "Liberale Hochschulgruppe Magdeburg"
  • Liste 7: "FIN – Qualität für alle"
  • Liste 8: "SURLEAU – LINKE LISTE"
  • Liste 9 [kein Listenname, Kandidaten von der FME]


Welche Gremien gibt es und was tun sie?

Als besonders wichtige Gremien für die Studierendenschaft kann man wohl die Fachschaftsräte (Fakultätsebene) und den Studierendenrat (Universitätsebene) bezeichnen. Warum? Ganz einfach: Diese Gremien sind rein studentische Gremien und die direkten Vertreter der Studierendenschaft.
Dabei kümmern sich die Fachschaftsräte vor allem um die Mitglieder ihrer Fakultäten und besorgen dabei in der Regel alles, angefangen bei "Wo finde ich den Dozenten XY?", über Durchführung udn finanzielle/personelle/ideelle Unterstützung und Förderung von Projekten, bis hin zur Vertretung gegenüber Dozenten und der Fakultät. Je nach Größe und Satzung der Fakultät besteht der Fachschaftsrat aus 4 bis 7 gewählten Mitgliedern. Zudem verfügen alle Fachschaftsräte über ein gewisses Budget, abhängig von der Anzahl der Studierenden ihrer Fakultät.

Der Studierendenrat hingegen ist zuständig für die gesamte Universität. Der StuRa hat 15 Mitglieder, welche über den Haushalt der Studierendenschaft der Universität entscheiden. Dieser umfasste im Jahr 2008 rund 320.000 Euro. Von den jährlichen Semesterbeiträgen geht die Hälfte der Mittel an die Fachschaftsräte, die andere Hälfte kann der StuRa selbst verwenden. Er entsendet auch studentische Mitglieder für die verschiedenen Kommissionen der Universität wie bspw. die Kommission für Studium und Lehre, die Kommission für Raumplanung oder die Bibliothekskommission u.a. Ansonsten beschäftigt sich der StuRa auf seinen zweiwöchentlichen Sitzungen mit den Anträgen verschiedenster Projekte und Personen, die meist finanzielle oder ideelle Unterstützung möchten.

Es gibt zwei weitere wichtige Gremien: die Fakultätsräte auf Fakultätsebene und den Senat auf Universitätsebene. Hier sitzen jeweils Vertreter von Professoren, Mitarbeitern und Studierenden und diskutieren über "staatstragende" Angelegenheiten.

Die Fakultätsräte entscheiden über Studienordnungen, Prüfungsordnungen, Studiengänge, Berufungen von Professoren, Tutorenmittel und alles andere, was mit der Fakultät als Ganzes zu tun hat. Meistens sind zwei Studenten hier Mitglied und können sich - wenn sie genug Mut haben - mit den Professoren anlegen und sich ein wenig unbeliebt machen. Allerdings geht es meistens sehr fair und konstruktiv zu, von daher ist es sehr interessant, immer als erster zu wissen, was in der eigenen Fakultät für Veränderungen anstehen. Auch die Berufungskommissionen für neue Professuren werden vom Fakultätsrat besetzt.

Der Senat ist das höchste Organ der Universität. Er entscheidet über die Verteilung der Mittel unter den Fakultäten, die Ernennung von Hochschuldozenten, die strategische Planung der Aktivitäten der Universität, setzt bei Bedarf Kommissionen zur Beratung und Planung einzelner Bereiche ein und plaudert ansonsten in wohlgesetzten Worten über die Zukunft der Universität. Vier Studenten sind Mitglied des Senates und somit hoffnungslos in der Minderheit. Dennoch werden - wie in den meisten anderen Gremien auch - Entscheidungen gern einstimmig getroffen. Also kann man auch hier durchaus seiner Stimme Gehör verschaffen.

Wie sieht das Wahlverfahren aus?
Bei der Auszählung der Stimmen und der verteilung der Sitze kommen zwei verschiedene Verfahren zur Anwendung. Die Verhältniswahl und die Mehrheitswahl. Grundsätzlich gilt dabei:

Zitat:
Die Bewerber werden von den Mitgliedern der entsprechenden Wählergruppe in unmittelbarer, freier, gleicher und geheimer Wahl in der Regel nach den Grundsätzen der personalisierten Verhältniswahl bzw. bei der Erfüllung nachfolgend genannter Voraussetzungen nach den Grundsätzen der Mehrheitswahl gewählt. Die Wahl darf nur mit amtlichen Stimmzetteln durchgeführt werden. Ist in einer Wählergruppe die Zahl der für ein Gremium wahlberechtigten Mitglieder gleich oder kleiner als die Zahl der zu wählenden Mitglieder dieser Gruppe, wird nach § 8 Abs. 2 der Wahlordnung verfahren.


Demnach gilt zuerst die Verhältniswahl:

Zitat:
VERHÄLTNISWAHL findet statt, wenn von einer Wählergruppe drei oder mehr Vertreter zu wählen sind und von dieser Wählergruppe mindestens zwei gültige Wahlvorschläge eingereicht wurden, die zusammen mindestens doppelt so viele Bewerber aufweisen wie Mitglieder zu wählen sind. Der Wähler hat so viele Stimmen, wie Mitglieder seiner Gruppe zu wählen sind (Gesamtstimmenzahl). Er kann die Gesamtstimmenzahl auf die Bewerber der Wahlvorschläge verteilen und einem Bewerber bis zu zwei Stimmen geben. Der Wähler soll unter Beachtung der Gesamtstimmenzahl so abstimmen, dass er auf dem Stimmzettel die vorgedruckten Namen von Bewerbern ankreuzt oder die dem Bewerber zugedachte Stimmenzahl (höchstens zwei) einträgt. Die Verteilung der Sitze erfolgt nach dem d’Hondtschen Höchstzahlverfahren.


Danach gilt die Mehrheitswahl:

Zitat:
MEHRHEITSWAHL findet statt, wenn die Bedingungen für die Durchführung der Verhältniswahl nicht erfüllt sind. Der Wähler hat so viele Stimmen, wie Mitglieder seiner Gruppe zu wählen sind (Gesamtstimmenzahl). Er kann die Gesamtstimmenzahl auf die Bewerber der Wahlvorschläge verteilen. Er kann einem Bewerber nur eine Stimme geben. Der Wähler soll unter Beachtung der Gesamtstimmenzahl so abstimmen, dass er auf dem Stimmzettel die vorgedruckten Namen von Bewerbern ankreuzt. Die Bewerber mit den höchsten Stimmenzahlen erhalten in der Reihenfolge dieser Zahlen einen Sitz.


Wann und wo wird gewählt?
Gewählt wird im Zeitraum vom 2. bis 4. Juni 2009. Dabei gibt es an jeder Fakultät eigene Wahllokale, in welchen man alle Wahlzettel - insgesamt sind es wegen der vier Gremien auch vier Zettel - bekommt. Die Öffnungszeiten der Wahllokale entnehmt ihr bitte den Aushängen an Euren Fakultäten. Die Wahlräume selbst werden auch per Aushang bekannt gegeben, aber ihr könnt euch auch jetzt schon darauf einstellen.

Liste der Wahlräume nach Fakultäten
  • FMB: Gebäude 10/105
  • FVST: Gebäude 15/114
  • FEIT: Gebäude 09/327
  • FIN: Gebäude 29/018
  • FMA: Gebäude 02/215
  • FNW: Gebäude 16/154
  • FME: FME-Mensa
  • FGSE: Gebäude 40/527
  • FWW: Gebäude 22A, Teil A, 1. Stock


Übrigens ist grundsätzlich auch eine Briefwahl möglich, jedoch ist der entsprechende Zeitrahmen schon verstrichen.

Was gibt es sonst noch?

1. Einige Fachschaftsräte veranstalten Wahlpartys an den Tagen der Wahlen oder kurz danach. Wer wählen geht, erhält direkt mit den Wahlunterlagen Gutscheine für die diversen Partys der Fachschaftsräte und kann diese meistens gegen Getränke oder Grillzeug eintauschen. Da die Wahlbeteiligung bei studentischen Wahlen mit rund 10% bis 20% traditionell sehr niedrig liegt, versuchen die Fachschaftsräte damit die Wahlbeteiligung zu erhöhen.

2. Wählen ist wichtig! Jeder kann sich die Wahlen natürlich am Allerwertesten vorbeigehen lassen. Aber die studentische Vertretung erhält auch gegenüber der Universität mehr Gewicht, wenn sie von möglichst vielen Wählern legitimiert wurde. Demokratische Partizipation ist der Grundpfeiler unserer Gesellschaft. Von daher sollte jeder auch an der Universität seinen bescheidenen Beitrag leisten.

3. Empfehlung: Man sollte nicht aufs Geratewohl irgendwen wählen. Die Studierendenschaft an der Uni ist nicht so groß, als das man sich nicht kennen würde. Daher ist es nicht schwierig, sich von dem einen oder anderen Kandidaten ein Bild zu machen und aktive, engagierte Leute mit der eigenen Stimme zu unterstützen. In den Hochschulgruppen finden sich immer ein paar Leute, die viel Zeit und Aufwand in ehrenamtliches Engagement stecken. Schaut genau hin und gebt diesen Leuten Eure Stimme. Verschwendet sie nicht durch Nichtwählen und verschwendet sie nicht durch Zufallskreuzchen.

4. Alle relevanten Informationen, darunter auch die detailierten Listen, findet ihr auf der Wahlseite der Uni.
geschrieben von Flint am 20.05.2009