Romeo und Julia
Leidenschaftliche Liebe, leidenschaftlicher Hass – überall in Verona brechen starke Gefühle auf, als mit Romeo und Julia ausgerechnet zwei Kinder der seit Generationen tödlich verfeindeten Familien Capulet und Montague sich unsterblich ineinander verlieben. Ein Fest, ein Blick, ein Kuss: ein kurzer Augenblick genügt, um Hass und Intrigen vergessen zu machen, und die Zeit scheint für einen Moment innezuhalten. Doch dem Treueschwur der Liebenden folgt wenig später der offene Kampf auf der Straße, in den auch Romeo verwickelt wird. Um seinen auf den Tod verwundeten Freund Mercutio zu rächen, wird er zum Mörder von Tybalt, dem Cousin der Julia. Romeo wird aus der Stadt verbannt; Julia soll auf Wunsch ihrer Eltern den Bürgersohn Paris heiraten. Doch bedingungslos und über alle Hindernisse hinweg verfolgen die beiden ihre Liebe. Heimlich heiraten sie und verbringen ihre erste Nacht in Julias Bett. Was wie eine Liebeskomödie voller derber Witze begann, nimmt unbeirrbar seinen Lauf in die Stille einer verzweifelten, dunklen Tragödie, wenn sich Veronas Welt am Glück ihrer Kinder rächt. Die Liebe bleibt für alle Ewigkeit ein großes Versprechen. Annette Pullen erzählt die Liebesgeschichte der Weltliteratur: die Geschichte einer bedingungslosen Liebe, die nicht gelebt werden darf, weil die Welt sie nicht erträgt.
Ich habs inzwischen gesehen

Yasmina Reza
Gott des Gemetzels
Zwei elfjährige Jungen haben sich geprügelt. Dabei hat der eine dem anderen zwei Schneidezähne ausgeschlagen. Véronique und Michel Houillé, die Eltern des geschädigten Jungen, haben Annette und Alain Reille, das andere Elternpaar, zu sich nach Hause eingeladen, um den Vorfall sachlich zu besprechen und zu einer pädagogisch korrekten Lösung zu kommen. Zweifellos sind beide Parteien bereit, das Problem mit Toleranz und nach den Regeln eines zivilisierten Umgangs zu lösen. Doch so einfach scheint die Sache dann doch nicht zu sein. Als herauskommt, dass Michel den Hamster seiner Tochter einfach auf der Straße ausgesetzt hat und Alain der Rechtsberater einer Firma ist, die gesundheitsschädigende Medikamente vertreibt, mischen sich erste Gereiztheiten in die Konversation. Ist das nicht alles viel schlimmer als die Prügelei der Söhne? Zunehmend entwickelt das Gespräch eine eigene Dynamik. Vorurteile, subtile Sticheleien und persönliche Beleidigungen mischen sich in den toleranten Ton. Als dann auch noch private Eheprobleme bloßgelegt werden, beginnt die zivilisierte Fassade zu bröckeln; das Reden wird zum verbalen Schlagabtausch, jede Wendung wird zum taktischen Manöver, die Koalitionen wechseln in atemberaubendem Tempo. Mit den ersten Handgreiflichkeiten droht die Situation endgültig zu entgleisen – der »Gott des Gemetzels« tritt zwischen die Kontrahenten …
Sehenswertes Stück!
Tennessee Williams
Die Glasmenagerie
Amanda Wingfield lebt von ihren Erinnerungen: an früheren Glanz, an die zahlreichen Verehrer ihrer Jugend, an bessere Zeiten. Seitdem ihr Mann die Worte »Hallo – Lebt wohl!« auf eine Postkarte gekritzelt und sie verlassen hat, klammert sie sich an ihre Kinder: ihren Sohn Tom und die Tochter Laura. Tom hat auf seinen Traum, Schriftsteller zu werden, verzichtet, um als einfacher Lagerarbeiter den Unterhalt für alle zu verdienen. Nacht für Nacht flieht er die Enge und Trostlosigkeit der kleinen Familie, geht ins Kino, trinkt und streunt herum. Seine sensible Schwester Laura, seit Kindertagen durch eine Behinderung verunsichert, reagiert auf die Zumutungen des alltäglichen Lebens mit tiefer Aversion, ja körperlichem Versagen. Nach gescheiterten Anläufen, draußen Fuß zu fassen, hat sie sich fast vollkommen in ihre eigene Welt zurückgezogen. Nur den Figuren ihrer »Glasmenagerie« widmet sie sich mit inniger Hingabe. Amandas ganzes Hoffen und Sehnen geht da hin, einen Verehrer für ihre Tochter zu finden, einen Retter, der sie alle von Armut und der Eintönigkeit ihres Daseins erlöst. Eines Tages gibt Tom dem Drängen seiner Mutter nach und bringt einen Kollegen mit nach Hause. Und tatsächlich: in der Gegenwart des vitalen jungen Mannes blüht Laura, blühen alle auf. Doch der Abend nimmt eine unerwartete Wendung …
Tennessee Williams schildert Menschen, die eingeklemmt sind zwischen Einstmalssehnsucht und Zukunftsangst.
Ballett von Gonzalo Galguera nach Abbé Prévost
Manon Lescaut
Der alte Chevalier Des Grieux lebt im Elend. Nur noch die Erinnerung an seine große Liebe gibt ihm die Kraft zu leben. Als ihn sein Jugendfreund Tiberge nach Jahrzehnten der Trennung wiederfindet, erzählt er ihm seine Lebensgeschichte: In jener Nacht, als er seinen Freund aus den Augen verlor, lernte Des Grieux die mittellose Manon Lescaut kennen. Die beiden verliebten sich auf den ersten Blick in-einander und beschlossen, ein gemeinsames Leben zu beginnen. Doch bald schon wurden die Liebenden in einen Strudel aus Begierde und Betrug gezogen – angetrieben von einer unzerstörbaren Liebe, die jedoch in Konflikt geriet mit Manons Verschwendungssucht und ihrer Bereitschaft, der Erfüllung materieller Wünsche jegliche Moral unterzuordnen …
In seinem Ballettabend »Manon Lescaut« lehnt sich Gonzalo Galguera eng an Abbé Prévosts gleichnamigen Romanerfolg aus dem Jahre 1731 an.
Liebeslieder
Gedichte und Lieder mit Lucia Cervoni, Gonzalo Galguera, Christoph Hohmann und Camill Jammal
Zwei Wanderer, eine Sängerin, ein Tänzer – sie begegnen einander in diesem Abend in wahrscheinlicher wie unwahrscheinlicher Weise, magisch und vielbedeutend, profan und geradeheraus. Im Gespräch und im Gedicht, im Tanz und in Lied geht es um den Frühling ersten Liebens und Lebens, um Erblühen und Reifen, um Welken und Tod – um alles und eines: Die Macht der menschlichen Liebe. Mit der Sängerin Lucia Cervoni, dem Tänzer Gonzalo Galguera/Dario Lesnik und den Schauspielern Christoph Hohmann und Camill Jammal.
Na wenn das mal nicht vielversprechend klingt!
Fritz Kater
Sterne über Mansfeld
Das Mansfelder Land ist unsicherer Grund. Unzählige Stollen aus Jahrhunderten Kupferbergbau durchqueren den Boden. Die Stollen sind still gelegt, die Arbeit ruht – schon lange. »aber ist es nicht so dass jede übergangszeit anstrengend ist und dennoch neues bringt und uns zeigt wie reich das leben ist«, das sind die Worte des neuen Pastors aus dem Westen. Er ist in die einstige Hochburg der Protestanten gekommen, um die gottverlassene Gemeinde neu zu missionieren. Trost spenden seine Worte nicht. Die Menschen hier lassen sich nicht so einfach und halbherzig bekehren. Benjamin, der Rentner im Rollstuhl, hält trotzig an seiner DDR-Vergangenheit und seinem überdimensionalen Stalinbild fest. Betty, die Altenpflegerin, ist bemüht, ihrem Mann Tomas den Pragmatismus der Neuen Zeit beizubringen. Tomas erstickt in Schulden und plant, eine Go-Kart-Bahn mit Motocross zu eröffnen, aber eigentlich träumt er davon, wieder Rockmusiker sein, wie vor der Wende. Seine Tochter Janica sehnt sich danach, weit weg, in einer Metropole, Kunst zu studieren. Ihrem Onkel Christian will sie vorher noch zu einer Frau verhelfen; bislang tröstet sich der Polizist durch Muskelaufbau über die fehlende Liebe hinweg und sammelt das Licht der Sterne über Mansfeld. Isabell, die Frau auf der Suche nach Liebe, begegnet dem Pastor und stirbt. Der Pastor verschwindet. Er hinterlässt eine Welt in Einsturzgefahr.
Fritz Katers Stück erzählt liebevoll und unsentimental von Menschen, die in ihrer Heimat ortlos geworden, denen Vergangenheit und Utopie abhanden gekommen sind – die vor der großen Aufgabe stehen, sich neu zu orientieren.
Thomas Mann/ Johnvon Düffel
Buddenbrooks
Die Buddenbrooks sind eine angesehene Kaufmannsfamilie. Sie gehören dem patrizischen Bürgertum des 19. Jahrhunderts in der Hansestadt Lübeck an. Der wirtschaftliche Erfolg, die gesellschaftliche Anerkennung wie auch der familiäre Zusammenhalt bauen auf Ordnung, Disziplin und Leistung auf.
Nach dem Tod des alten Konsuls übernimmt der älteste Sohn Thomas die Geschäfte und die Verantwortung für die Familientradition. Auch wenn es ihm nach außen hin gelingt, das Ansehen der Familie zu einem Höhepunkt zu führen, ist der innere Auflösungsprozess nicht mehr aufzuhalten. Zunehmend zerbricht er an der selbstauferlegten Härte und an der Kluft zwischen dem eigenen Anspruch und dem sich real abzeichnenden Niedergang. Immer heftiger werden auch die Auseinandersetzungen mit dem Bruder Christian, der mit seinem Hang zur Hypochondrie und zum Umgang mit unbürgerlichen Theaterkreisen, vor allem aber wegen seiner sorglosen Geschäftsuntüchtigkeit zunehmend als Belastung empfunden wird. Auch der Schwester Tony gelingt es nicht, den Ansprüchen der Familientradition gerecht zu werden. Schon früh wird sie von den Eltern in eine unglückliche Ehe gedrängt, die nach kurzer Zeit scheitert – ebenso wie ihre zweite Ehe. Letztlich kann auch Hanno, der ersehnte Erbe und Stammhalter, die familiären Erwartungen nicht erfüllen.
»Buddenbrooks« erzählt vom Niedergang einer Familie und eines Unternehmens im 19. Jahrhundert, dessen traditionellen Werte weder den Gesetzen eines verschärften Kapitalismus noch den Individualisierungsbestrebungen der Familienmitglieder standhalten können. Mit dem Blick auf das menschliche und wirtschaftliche Scheitern der Buddenbrooks an den Anforderungen einer neuen Zeit eröffnet sich zugleich ein faszinierender Blick auf unsere Gegenwart.
Der großangelegte Gesellschaftsroman gehört bis heute zu seinen meistgelesenen Werken. Düffel hat den knapp 800 Seiten umfassenden Jahrhundertroman stark verdichtet und erzählt in der Konzentration auf die drei Geschwister zugleich die Geschichte der gesamten Familie.
Anton Tschechow
Die Möwe
Jeden Sommer kehrt die Schauspielerin Arkadina auf das Familiengut in der Provinz zurück und erholt sich in dem kleinen Paradies am See von den Strapazen des Bühnenlebens. Diesmal bringt sie Trigorin mit, einen Schriftsteller von Renommee aus Moskau. Arkadinas Sohn Kostja, kürzlich aus nicht öffentlich diskutierten Gründen der Universität verwiesen, buhlt um die Aufmerksamkeit seiner Mutter mit eigener Kunst: er hat ein Theaterstück »neuer Form« geschrieben, das er mit seiner Freundin Nina heimlich geprobt hat und nun am See unterm nächtlichen Mond triumphal zum Erfolg führen möchte. Der Plan mißlingt; Kostja verfehlt die Zustimmung seiner Mutter. Und er verliert Nina – wie seine Mutter wendet auch sie sich Trigorin zu, dem berühmten Nebenbuhler. Ein Versuch, sich umzubringen, beschert ihm für einen Moment die ersehnte Zuneigung der Mutter. Aber die Arkadina ist schon wieder in Abreise begriffen. Sie und Trigorin kehren als Paar zurück nach Moskau. Nina wird ebenfalls gehen. Sie wird das Gefängnis der Provinz und ihres Elternhauses verlassen, Trigorin in die große Stadt folgen und Schauspielerin werden – leben! Kostja bleibt auf dem Gut zurück.
Zwei Jahre später ist aus Kostja ein einsamer junger Schriftsteller geworden. Als seine Mutter mit Trigorin für den Sommer aus der Stadt anreist, findet sich auch Nina zum ersten Mal seit ihrem Aufbruch wieder ein. Die alten Rituale des Sommers scheinen sich zu wiederholen, aber für die Jungen, für Nina und Kostja, hat das Leben seine Verheißung verloren …
»Die Möwe« bedeutete den künstlerischen Durchbruch Tschechows; sie gehört zu den meistgespielten Werken Tschechows, der dieses wie alle seine Stücke als Komödie verstand.
Giacomo Puccini
Turandot
Liebe als grausames Spiel: Die chinesische Prinzessin Turandot (Anita Bader) lebt ihre Angst vor Liebe und Unterwerfung in einem gefährlichen Rätselspiel aus. Sie hat sich von ihrem Vater versprechen lassen, nur den Mann heiraten zu müssen, der ihr drei Fragen beantwortet. Wer die Probe nicht besteht, muss sterben. Doch als der fremde Prinz Calaf (Iago Ramos) auftaucht, gerät ihr System ins Wanken. Fasziniert von ihrer Macht und Schönheit lässt der sich auch von der Sklavin Liù (Ks. Ute Bachmaier), die ihn liebt, nicht davon abbringen, die Probe zu wagen. Als unbekannter Prinz stellt er sich der Prinzessin, und das Unerwartete geschieht: Er löst ihre Rätsel, Turandot verzweifelt. Doch Calaf geht auf's Ganze: Er will nicht nur ihre Niederlage, sondern ihre Liebe …
Dramma lirico in drei Akten in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Camille Saint-Saëns
Samson und Talila
Nach dem Auszug aus Ägypten ist das Volk Israel um das Jahr 1150 v. Chr. in die Knechtschaft der Philister gefallen. Befreiung aus der Sklaverei verspricht der hebräische Freiheitskämpfer Samson, der über gigantische Kräfte verfügt. Als der Satrap von Gaza den Gott Israels lästert, tötet Samson ihn. Der Oberpriester des Gottes Dagon schwört Rache und bedient sich dazu der Verführungskünste der schönen Priesterin Dalila. Tatsächlich gelingt es ihr, den Helden zu umgarnen und wehrlos zu machen. Die Philister blenden ihn, rauben ihm sein Haar, Sitz seiner Kraft, und verlangen von ihm, ihrem Gott ein Siegesopfer darzubringen. Samson bittet den Gott Israels zunächst vergeblich, ihm seine alte Stärke wiederzugeben – doch im Tempel des Dagon findet sein Hilferuf schließlich Gehör: Er packt die Säulen, auf denen der Tempel ruht, und bringt sie zum Einsturz, sich und die Feinde Israels unter den Trümmern begrabend.
Oper in drei Akten, Konzertante Aufführung in französischer Sprache mit deutschen Übertiteln
