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17.04. - Flutlichtspiel im Stadion Magdeburg

1. FC Magdeburg - FC Sachsen Leipzig

Am morgigen Freitag empfängt der 1. FC Magdeburg mit neuer sportlicher Leitung den FC Sachsen Leipzig. Bekanntlich werden die Gäste vom Ex-Magdeburger Dirk Heyne trainiert.
Anstoß im Stadion Magdeburg ist um 20 Uhr, die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln empfiehlt sich.

Der 1. April wurde zu einem bedeutsamen Datum in der Vereinsgeschichte des 1. FC Magdeburg, denn Steffen Baumgart wurde als 26. Trainer des 1. FC Magdeburg offiziell vorgestellt.
Hintergrund war natürlich die Entlassung von Paul Linz, die am Montag von der Vereinsführung beschlossen worden war. Der Grund waren die stark abfallenden Leistungen der Mannschaft und der zuletzt auf 10 Punkte angewachsene Rückstand auf Spitzenreiter Holstein Kiel. Die "Krönung" dieser Entwicklung war das Spiel gegen den VfL Wolfsburg II. Vor nur 5.850 Zuschauern unterlag der FCM im eigenen Stadion sang- und klanglos mit 0-3 Toren. Zwar begann das Spiel für die Magdeburger äußerst ungünstig, als Schiedsrichter Wingenbach bereits nach 11 Minuten auf Foulelfmeter für Wolfsburg und Rot für den Magdeburger Bankert entschied, nachdem dieser einen Wolfsburger im Strafraum leicht touchiert hatte, aber dies ist nicht geeignet für die über weite Strecken lustlose Vorstellung der FCM-Kicker. Da sich Wolfsburg durchaus clever anstellte, war der Sieg der Gäste auch in dieser Höhe verdient.
Es setzte sich mit diesem Spiel also die Serie schlechter Leistungen fort, die nach dem unglücklichen Unentschieden gegen Babelsberg begonnen hatte. Da die Vereinsführung zur Ansicht gelangte, dass man unter diesen Umständen nicht mehr mit Paul Linz zusammenarbeiten könne, zog man die übliche Reißleine. Auf seiner Vorstellungspressekonferenz betonte Neu-Trainer Baumgart, der zunächst einen Vertrag bis zum Saisonende erhielt, dass die Mannschaft seiner Ansicht nach unter ihren Möglichkeiten aufgetreten sei, und es nun wichtig wäre, sich wieder auf die Grundlagen des Sports zu konzentrieren.

Viel Zeit, dies der Mannschaft zu vermitteln, hatte Baumgart allerdings nicht, denn bereits am folgenden Sonntag stand endlich das Landespokalspiel gegen Germania Halberstadts "Zweite" an. Dieses Spiel war insgesamt dreimal verschoben worden, und so war es denn auch erst die zweite Runde im Landespokal. Halberstadt lief praktisch mit der Oberligamannschaft auf, eine Möglichkeit, die die Regularien so gestatten, allerdings letztmalig, denn ab der nächsten Saison ist nur noch eine Mannschaft pro Verein startberechtigt. Das Spiel allerdings war eher zum Abgewöhnen, am meisten zur Erheiterung trugen noch Baumgart selbst und der Schiedsrichter Sven Schweinefuß bei. Baumgart verteidigte sich gegen eine Ermahnung aus dem Publikum, in seiner Coachingzone zu bleiben, mit den Worten "Entschuldigung, ich bin neu hier" und Schri Schweinefuß...nunja, erheiterte manchen mit seinen Entscheidungen. Der Spaß hörte allerdings spätestens auf, als er eine Tätlichkeit eines Halberstädters an Magdeburgs Daniel Bauer übersah.
Dass der FCM nicht in die Verlängerung musste, verdankte er dem oft gescholtenen Catalin Racanel, der zunächst mit einem sehenswerten Freistoß das 1-0 erzielte und später aus dem Gewühl per Flachschuss das 2-0. Zufrieden sein konnte man aber nur mit dem Ergebnis, allenfalls noch mit der Einstellung der Magdeburger - Baumgart zumindest war's "Bei mir bluten zwei Jungs, ich glaub, die habens verstanden.

Zeit zum Verschnaufen gab es aber immer noch nicht, denn schon am Gründonnerstag stand das Pokalviertelfinale an, Gegner war der MSV Preussen. Im wohlbekannten Germerstadion entwickelte sich ein eher langweiliges Spiel, das bis zur 60. Minute torlos blieb. So mancher zweifelte schon, ob der späte Anstoss (erst um 18 Uhr) so eine gute Idee war, denn eine Verlängerung schien unausweichlich. Dann brachte Baumgart jedoch Reimann für Braham, und der neue Mann machte sein wohl bestes Spiel für den Club. Zunächst erzielte er per Flachschuss nach Klassesolo von Neumann den Führungstreffer und erhöhte in der 69. auf 2-0. Nach dem überraschenden Anschlusstreffer durch die Preussen war es dann wieder Reimann, der nach innen flankte, wo Vujanovic ohne Probleme zum entscheidenden 3-1 kam. So zogen die Blau-Weißen ins Pokalhalbfinale ein, wo es voraussichtlich am 29. April wieder nach Halberstadt geht - diesmal auch nominell gegen die Erste.

Schon am Ostersonntag stand das nächste Pflichtspiel an, die Jungs von Trainer Baumgart mussten zu den abstiegsbedrohten Vogtländern nach Plauen reisen. Das Spiel begann mit einem Paukenschlag, allerdings auf der falschen Seite: Fast mit dem ersten Angriff gingen die Plauener in Führung. Magdeburg fing sich jedoch schnell und kam seinerseits zu Chancen, bis schließlich Vujanovic per Freistoß den Ausgleich erzielte. 5 Minuten später war es Braham, der mit einem sehenswerten Schuss von der Strafraumgrenze das Spiel endgültig drehte. Als der Tunesier dann in der 34. Minute per Abstauber nach Rosin-Kopfball traf, schien das Spiel schon so gut wie entschieden, doch Plauen nutzte eine Schlafeinlage in der Magdeburger Hintermannschaft, um noch vor der Pause zum Anschlusstreffer zu gelangen. Mit Schwung kamen die Plauener auch aus der Kabine, allerdings kam nichts zählbares heraus, das gefährlichste wahr noch ein Lattentreffer. Wiederum war es Vujanovic, der es besser machte und per Kopf auf 4-2 erhöhte. Der erneute Anschluss durch den VFC war dann nur noch Ergebniskosmetik. Mit diesem Sieg waren die Magdeburger dann wieder auf 10 Punkte an den Spitzenreiter herangerückt, ohne dass noch große Hoffnung bestünde.

Mit dem FC Sachsen kommt ein alter Bekannter ins Stadion Magdeburg. Dirk Heyne war in der letzten Saison wegen Erfolglosigkeit entlassen worden. Das einzige Duell gegen seinen Nachfolger hatte er im Oktober (ebenfalls unter Flutlicht) verloren. Ob das dieses Mal besser läuft, darf bezweifelt werden. Denn der FC Sachsen ist seither in einer sehr schweirigen wirtschaftlichen Lage, musste den schweren Gang zum Insolvenzrichter antreten. Seit Januar haben die Spieler kein Gehalt mehr gesehen. Dennoch erreichte der FC Sachsen in den letzten drei Spielen immerhin 4 Punkte. Am vergangenen Karfreitag hatten die Grün-Weißen allerdings kein Glück, unterlagen 0-4 in Hamburg gegen die Reserve des HSV. Die Voraussetzungen, dass sich Steffen Baumgarts Serie weiter fortsetzen lässt, sind also sehr gut, auch wenn in der Abwehr weiterhin einige Baustellen bleiben - Wejsfelt und Gewelke werden wohl weiterhin verletzt fehlen.
geschrieben von madcynic am 16.04.2009