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15. März - 1. FC Magdeburg - Hamburger SV II

22. Spieltag Regionalliga Nord

Am morgigen Sonntag bestreitet der 1. FC Magdeburg sein nächstes Heimspiel in der Regionalliga Nord. Gegen die Reserve des Hamburger SV ist ein Sieg Pflicht, um im Kampf um den Aufstieg in die dritte Liga nicht noch mehr Boden zu verlieren. Anstoß im Stadion Magdeburg ist bereits um 13.30 Uhr.

Im letzen Heimspiel kam der 1. FCM über ein 1-1 gegen den Tabellenvierten aus Babelsberg nicht hinaus. Zwar waren die Elbestädter den Potsdamern fast über die gesamte Länge des Spiels überlegen, versäumten es jedoch, diese Überlegenheit in Toe umzumünzen. Hilfreich zur Seite stand den Babelsbergern allerdings auch das Schiedsrichtergespann um FIFA-Schiedsrichter Wolfgang Stark. Erst übersahen Stark und sein Schiedsrichterassistent, dass Magdeburgs 1-0 in der ersten Hälfte kein Abseitstor war, da Babacar N'Diaye den Ball verlängerte und dann gab Stark zwei Elfmeter für Babelsberg. Den ersten ließ er wiederholen und Magdeburgs Beer hielt, den zweiten Elfer zauberte der Referee aus der Kategorie "darf man nicht geben" und Babelsberg glich aus. Magdeburg war durch ein Tor von Marcel Brendel in Führung gegangen, das - per Dropkick aus 18 Metern erzielt - auch zur Auswahl zum Tor des Monats stand.
Rückblickend zog sich die Elf von Trainer Linz nach der Führung zu weit zurück und gestattete den Babelsbergern wieder und wieder in Ruhe ihr Angriffsspiel durchzuziehen. Dennoch wäre es wohl ohne Starks Mithilfe beim 1-0 geblieben, denn im Abschluss gaben sich die Babelsberger dann doch zu harmlos. Schade, dass Wolfgang Stark nach dem Spiel nicht Stellung nehmen wollte. Er müsse seinen Flieger erreichen, so seine Auskunft. Sicherlich seine Entscheidung, aber doch wenig souverän.


Am Internationalen Frauentag fand dann das Landes-Derby statt. In der Bruchbude Kurt-Wabbel-Stadion (O-Ton Stadionsprecher "Kommt von den Mauern runter, das ist alles brüchig") hatten sich 10.800 Zuschauer eingefunden, darunter mindestens 3.000 aus der Landeshauptstadt, die sehen wollten, ob der FCM nach Jahren mal wieder in Halle gewinnen kann. Wieder einmal hatte der DFB einen Bundesligaschiedsrichter angesetzt, und wieder einmal schlug sich dies nicht in der Qualität der Spielleitung nieder.

Der FCM war zu Beginn auf tiefem Rasen in allen Belangen überlegen, konnte sich aber keine glasklare Torchance erspielen, wenn auch Vujanovic Halles Torhüter zu der ein oder anderen Parade zwingen konnte. Halle beschränkte sich auf den Fußball, den das Team von Sven Köhler bereits die gesamte Saison spielt: Hinten dicht und vorne hilft der liebe Gott. In diesem Fall war das Neuzugang Müller, der nach einer Ecke den von Lachheb verlängerten Ball ins Netz beförderte, Racanels Rettungsversuch zum Trotz. Eine Führung spielte natürlich den Hallensern in die Hände, denn Magdeburg würde jetzt aufmachen müssen.

Zunächst aber traten die Magdeburger derart verunsichert auf, dass man sich nur das Ende der ersten Hälfte herbeisehen konnte. Nach der Halbzeitpause, so die Hoffnung, würden die Elbestädter mit mehr Schwung nach vorne spielen. Zunächst verzögerte sich jedoch der Anpfiff, da - zunächst im Magdeburger, dann auch im Hallenser Fanblock - mehrere Rauchtöpfe und bengalische Feuer gezündet wurden. Als es dann endlich losging, wurde man schnell der Hoffnung beraubt, Magdeburg würde die Initiative übernehmen. Es dauerte noch bis zur 66. Minute, ehe Trainer Linz seine eher defensive Mittelfeldvariante auflöste und Reimann für Gewelke brachte. Nun wurden die Magdeburger aktiver, ohne dass sich jedoch Torchancen einstellten - und bei den wenigen Gelegenheiten, die da waren, verhinderte Torhüter Horvat den Ausgleich.

In der 75. Minute dann eine Spielunterbrechung: Ein Ordner des vom HFC bestellten Sicherheitsdienst hatte einen Magdeburger Anhänger vom Trennzaun zurück in den Block gestoßen. Beim Fall aus mehr als 3 Metern Höhe auf den Betonboden zog sich der Magdeburger schwere Prellungen und eine Gehirnerschütterung zu - in der Folge wurden aus dem Magdeburger Block wieder pyrotechnische Erzeugnisse in den Innenraum geworfen, so dass die Partie für Minuten unterbrochen war. Kurz nach Wiederanpfiff holte sich Halles Pavel David die gelb-rote Karte ab und die Magdeburger setzten alles daran, diesen Vorteil zu nutzen. Aber irgendwie wollte der Ball nicht ins Netz. Symptomatisch die Schlussminute, als Vujanovic einen Freistoß an den Innenpfosten hämmerte, der Ball aber eben nicht ins Tor, sondern ins Seitenaus ging und dabei Horvat im Tor der Saalestädter nur knapp verfehlte. So blieb es denn beim 0-1 aus Magdeburger Sicht. Die Folge war, dass der Abstand auf Holstein Kiel auf 6 Punkte anwuchs.


Am morgigen Sonntag muss der FCM also gewinnen, um dranzubleiben an den Anti-Fußballern aus Halle und den Störchen aus Kiel. Gegen die zweiten Mannschaften hat der FCM allerdings in dieser Saison alles richtig gemacht, holte aus den bisherigen 7 Partien alle Punkte. Dennoch bleiben die Bundesligareserven eine Wundertüte und das ist auch beim HSV nicht anders. Trainert werden die Hamburger nicht mehr vom früheren Publikumsliebling Bäron, sondern von Rodolfo Cardoso, der 220 Bundesligapartien absolvierte, 111 davon für den Hamburger SV. Ein wirklicher Aufwärtstrend ließ sich seit dem Trainerwechsel im Dezember jedoch nicht ausmachen, auch wenn die Hamburger ihr letztes Spiel gegen den SV Wilhelmshaven gewinnen konnten. Berücksichtigt man neben der schlechten Tabellenplazierung (16.) auch noch die Auswärtsschwäche mit 7 Niederlagen in Folge, so wird klar, dass alles andere als ein Sieg der Magdeburger morgen inakzeptabel ist.
Allerdings muss Trainer Linz morgen auf Kapitän Daniel Rosin verzichten, der gegen Halle seine 5. Gelbe sah. Ihn wird in der Abwehr voraussichtlich Prest ersetzen.
geschrieben von madcynic am 14.03.2009