Vor zwei Wochen gab es ein Wiedersehen mit zwei ehemaligen FCM-Spielern: Daniel Rothe und Kais Manai stehen mittlerweile in Diensten von Türkiyemspor Berlin. Auswärts ist es um die Berliner nicht sonderlich gut bestellt, und so konnten sie auch in Magdeburg keinen Blumentopf gewinnen Allerdings ergaben sie sich keineswegs widerstandslos und auch dem FCM hatte die Pause durch den Spielausfall in Altona nicht eben gut getan. So mühten sich die Magdeburger, um zu klaren Torchancen zu kommen, ohne dass sonderlich viel dabei heraussprang. Erst in der 25. Minute legte Braham eine Racanel-Eingabe auf Watzka ab, dessen 20-Meter-Schuss den Weg ins Tor fand. Danach wurde das Spiel jedoch leider kaum besser und so mussten die knapp 8.000 Fans im Stadion Magdeburg bis kurz vor Schluss zittern, als Reimann in der 87. Minute nach Dragusha-Pass zum 2-0 vollendete.
Groß war der Ärger der Magdeburger, als vor gut einer Woche in Altona gespielt wurde. Erst hatte der DFB sich beliebt gemacht, indem er die Partie für Mittwoch um 14 Uhr ansetzte, und Altona so um die erhofften Zuschauereinnahmen brachte. Dass der aus Berlin angereiste Schiedsrichter, der ob der Wetterlage zu spät zur Platzbegehung kam, dann den unter einer dicken Schneedecke verborgenen Platz für bespielbar erklärte, machte alles eigentlich nur noch schlimmer. Im Spiel setzten sich dann die umstrittenen Entscheidungen fort, als das Schiri-Gespann den Gästen in Halbzeit 1 drei Tore verweigerte, davon eins klar zu Unrecht, und in Halbzeit 2 "übersah", dass Vujanovic im Strafraum unter Zuhilfenahme alter Umklammerungstechniken zu Boden gerissen wurde. Da es dem Club nicht gelang, noch ein Tor zu erzielen, dass womöglich anerkannt worden wäre, endete die Partie 0-0. Schützenhilfe für den FCM kam ausgerechnet vom Erzrivalen aus Halle, der sein Nachholspiel bei Babelsberg mit 2-0 gewann und so verhinderte, dass der Abstand der Babelsberger anwuchs.
Am Wochende musste der FCM dann beim FC Oberneuland in einem Bremer Vorort antreten. Auf tiefem Platz dauerte es einige Zeit, bis ein ordentliches Spiel aufgezogen werden konnte. In dieser Phase hatte der Club Glück, dass die Gastgeber nur den Pfosten trafen. Dann wurde die Partie zum Spiel des Mats Wejsfelt. Zwei Tage nach seinem Geburtstag erzielte der Schwede zunächst den Treffer zum 1-0-Halbzeitstand nach Freistoß von Racanel. In der zweiten Hälfte dominierte der FCM dann das Spiel, musste allerdings bis zur 57. Minute waren, bevor zählbares aus der Überlegenheit entstand. Da schlug wiederum Wejsfelt einen langen Ball nach vorn, den Vujanovic per Direktabnahme ins lange Eck beförderte. Der Anschlusstreffer der Bremer kurz vor Schluss änderte nichts mehr, obwohl man sich bei den Blau-Weißen aus Magdeburg über die ein oder andere vergebene Gelegenheit ärgerte.
Am Sonntag kommt es nun zu einem der so genannten Traditionsduelle. Bereits zum 72. Mal trifft der 1. FC Magdeburg auf den Chemnitzer FC (Vorgängervereine natürlich mitgerechnet). Die Bilanz ist auch durchaus positiv, stehen doch den 32 Siegen nur 21 Niederlagen gegenüber. Das letzte Duell der beiden Vereine liegt allerdings weit zurück, und auch das Ergebnis des Spiels sollte tunlichst nicht zum Vorbild genommen werden: Am 26. April 2002 trennte man sich im Grube-Stadion mit 0-0. Von der heutigen Mannschaft waren Christian Prest und Stephan Neumann dabei, Christian Beer dagegen musste aufgrund einer Verletzung passen. Seinerzeit empfing allerdings ein akut abstiegsgefährdeter FCM einen im oberen Mittelfeld plazierten CFC. Heute sind die Vorzeichen umgekehrt, steht der CFC nur drei Punkte vor den Abstiegsplätzen, während der FCM mit einem Sieg und entsprechender Mithilfe des VfB Lübeck (gegen Kiel) die Tabellenführung übernehmen kann. Zwar kann man sich für die Herbstmeisterschaft nichts kaufen, aber Platz 1 wäre ein wichtiges Signal an die Konkurrenz. Bei den Chemnitzern wird der Ex-Magdeburger Frank Gerster nicht dabei sein, da er sich das vordere Kreuzband angerissen hat. Außerdem fehlen Yakubu Adamu, ebenfalls wegen Verletzung, und der Ex-Zweitliga-Profi Hendrik Liebers wegen Sperre. Aber auch diese Sperren sollten nicht darüber hinwegtäuschen, dass mit dem Chemnitzer FC ein Gegner ins Stadion Magdeburg kommt, der besser ist als sein Tabellenplatz, um eine alte Phrase zu bemühen. Hier ist sowohl von Mannschaft als auch vom Publikum wieder Geduld gefordert, wenn es nicht von Anfang an läuft.
Im Vorverkauf sind fast 6.000 Tickets abgesetzt, und auch die Gäste werden wohl - im Gegensatz zu Türkiyemspor, deren "Unsichtbare-Auswärtsfans"-Choreo hoffentlich unübertroffen bleibt - den ein oder anderen Fan mitbringen. Aufgrund der erwarteten Zuschauermenge und auch wegen des Handballspiels um 17 Uhr in der benachbarten Bördelandhalle ist es wahrscheinlich günstig, öffentliche Verkehrsmittel zur Anreise zu nutzen.
