Vor gut zwei Wochen gastierte der Tabellenletzte aus Cottbus im Stadion Magdeburg. Zwar war bei den Lausitzern zuvor ein Aufwärtstrend auszumachen, hatten sie doch an den beiden letzten Spieltagen 4 ihrer insgesamt 5 Punkte errungen. Dennoch hatte wohl kaum einer damit gerechnet, dass die Gäste in Magdeburg in Führung gehen würden. Aber nach 9 Minuten sahen die 9.300 Zuschauer genau das. Bitroff spazierte übers halbe Feld, ließ dabei mehrere Abwehrspieler stehen und schob zum 0-1 aus Magdeburger Sicht ein. Allerdings war der FCM danach keineswegs geschockt, sondern arbeitete konzentriert weiter, als sei nichts geschehen. Letztlich konnten die Cottbusser dem Magdeburger Druck nicht standhalten und nach 4 Großchancen in ebensovielen Minuten glich Vujanovic per Kopf zum 1-1 aus. Mit diesem Spielstand ging es auch in die Pause. Danach das gleiche Bild, Magdeburg drückt, Cottbus kommt kaum zum Luftholen. In der 56. Minute war es dann wieder Vujanovic, der eine Bankert-Flanke per Direktabnahme aus 9 Metern im Kasten unterbrachte. Da die Blau-Weißen aber auch nach der Führung nicht nachließen, war das 3-1 durch Watzka aus stark abseitsverdächtiger Position nur eine Frage der Zeit. Letztlich gewann der FCM völlig verdient gegen zeitweise völlig indisponierte Lausitzer, verpasste die Tabellenführung aber um ein Tor.
Am letzten Sonnabend sollte die Aufholjagd dann in Altona weitergehen, aber Regen, Frost und Schnee machten den Platz unbespielbar, so dass die Partie bereits am Freitag abgesagt wurde. Da sowohl Kiel und Babelsberg als auch der Hallesche FC ihre Partien austragen und gewinnen konnten, fiel der FCM wieder auf Platz vier zurück. Größere Probleme allerdings bereitet die Absage den Hamburgern, die ob ihres geringen Zuschauerschnitts schon an den freiwilligen Rückzug aus der Regionalliga denken. Sehr hatte man bei Altona (die übrigens den letzten Vergleich gegen eine Magdeburger Mannschaft mit 8-1 für sich entschieden, 1903) auf eine hohe Zahl an Gästefans gehofft. Daraus wurde nun nichts - und da der DFB das Spiel jetzt für den 3. Dezember um 14 Uhr angesetzt hat, wird das auch nichts mehr werden. Grund ist die nach Meinung des DFB unzureichende Flutlichtanlage im Stadion Hoheluft.
So bleibt dem FCM nichts anderes übrig, als sich auf eine englische Woche einzustellen, an deren Ende dann hoffentlich eine makellose Punktbilanz steht. Ein erster Schritt dahin wäre ein Sieg gegen den Berliner Vertreter Türkiyemspor. Dass die Tabellenposition nicht dazu geeignet ist, Vorhersagen zu treffen, hat ja das Spiel gegen Cottbus bereits gezeigt. Dennoch sollte man nun nicht so tun, als wäre Türkiyemspor eine Übermannschaft. Sie haben nur 11 Punkte aus ihren bisherigen Partien geholt und stehen damit auf einem Abstiegsrang. Zwei Spieler dürften am Wochenende besonders motiviert sein, geht es für sie doch gegen den ehemaligen Arbeitgeber. Mittelfeldmann Kais Manai und Torhüter Daniel Rothe haben mittlerweile ihren Weg nach Kreuzberg gefunden und werden von Trainer Uwe Erkenbrecher auch regelmäßig aufgestellt. Türkiyemspor wartet seit 5 Auswärtsspielen auf einen Sieg und hat die letzten 3 Begegnungen auf des Gegners Platz verloren. Aufzupassen gilt es vor allem auf Neuverpflichtung Babacar N'Diaye, der in seinem ersten Spiel für die Berliner gleich zwei Treffer beisteuerte. Aber völlig unabhängig vom Gegner kann der FCM natürlich nur einen Heimsieg als Zielstellung haben. Gespannt sein darf man auf die Zuschauerzahl, die ja gegen den Tabellenletzten allen Beteiligten Respet abnötigte. Im Augenblick sind etwa 4.000 Karten verkauft. Erstmals nicht von Anfang an dabei sein wird Kapitän Daniel Rosin, bei dem nach Pressschlag gegen Cottbus nun ein Haarriss im Knöchel diagnostiziert wurde.
