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14.11. - Es werde Licht...

1. FC Magdeburg - FC Energie Cottbus II

Bereits am Freitag bestreitet der 1. FC Magdeburg sein nächstes Heimspiel, diesmal gegen die Reserve von Energie Cottbus. Anstoß im Stadion Magdeburg ist um 19 Uhr. Mit einem Sieg kann der Club zumindest für zwei Tage erstmals in dieser Saison die Tabellenführung übernehmen.

Vor gut zwei Wochen traf der FCM im Flutlichtheimspiel auf den VfB Lübeck. Vor dem Spiel gab es noch eine Gedenkminute für Meistertrainer und Europapokalsieger Heinz Krügel, der am Montag vor dem Spiel im Alter von 87 Jahren verstorben war. Aus demselben Grund wurde seitens der Fans auch auf Zaunfahnen und ähnlichen Schmuck verzichtet. Auch Anfeuerungen in Form der sonst üblichen Gesänge gab es bis zur 74. Minute nicht. In der 74. wurde dann das Lied "7 Tränen muss ein Clubfan weinen" angestimmt, was trotz der recht kurzen Einübungszeit doch eine Gänsehautstimmung verbreitete.
Zum Spiel ist nicht viel zu sagen, außer dass der Sieg noch höher hätte ausfallen können, denn die Lübecker schafften etwas, das vorher kaum jemand für möglich gehalten hatte: Sie überboten die Reserve von Hertha BSC noch an Harmlosigkeit. In Anbetracht der nicht existenten Gegenwehr und des kaum vorhandenen Dranges eigene Tore zu erzielen, verwundert es nicht, dass der FCM ganz gegen seine Gewohnheit früh in Führung ging. Nach feiner Vorarbeit über den rechten Flügel schoss Braham bereits in der 13. Minute das 1-0. Knapp zwanzig Minuten (und einigen nicht wirkungsvoll vorgetragenen Angriffen) erhöhte dann Racanel per abgefälschter Flanke auf 2-0. Das war denn auch der Halbzeitstand. Kurz nach der Pause entschied Watzka nach Klasse-Zuspiel die Partie. Einige weitere Möglichkeiten, das Torverhältnis zu verbessern, ließ der FCM dann jedoch aus. Dementsprechend war Trainer Linz am Ende auch mit dem Ergebnis zufrieden, mit den letzten 20 Minuten jedoch, in denen sich die Mannschaft auf das Verwalten des Resultats beschränkte, nicht.

Am folgenden Sonntag reiste der FCM dann an die Nordsee, zum SV Wilhelmshaven. Dort hat ein alter Bekannter mal wieder eine Funktion übernommen: Maxe Steinbach ist jetzt als Teamleiter dort tätig, nachdem er bis April 2007 noch Trainer war. Finanziell kriselt es bei den Jadestädtern mal wieder, von nicht bezahlten Spielergehältern ist genauso die Rede wie von akuten Verbindlichkeiten in mehrstelliger Höhe. Sportlich läuft es hingegen für den Aufsteiger ganz ordentlich, mit Platz 5 und 20 Punkten aus 10 Spielen kann man da sicher zufrieden sein.
Auch gegen den FCM begannen die Wilhelmshavener wie die Feuerwehr, gingen durch Pollok bereits nach 5 Minuten in Führung. Vorangegangen war ein Eckball, den die Magdeburger nicht rechtzeitig klären konnten. Braham gelang allerdings zehn Minuten später bereits der Ausgleich. Doch nach einer Schlafeinlage auf der linken Abwehrseite war es wieder Pollok der eine Flanke von Azizi direkt im Magdeburger Tor unterbrachte. Mit dem 1-2 Pausenrückstand ging der FCM in die Kabine. Die Jadestädter konnten sich dann aber nicht mehr allzu lange an ihrer Führung erfreuen, denn in der 46. Minute passt Braham genau in die Schnittstelle der Wilhemshavener Abwehr und Vujanovic gleicht zum 2-2 aus. Danach wurde es hektisch: Watzka flog in der 67. mit Gelb-Rot vom Platz, und vier Minuten später glich Wilhelmshaven auch da wieder aus. Kowalczyk hatte gegen Braham nachgetreten und sah folgerichtig die rote Karte. Die nun vorhandenen Räume konnte aber keine Mannschaft nutzen und so blieb es beim letztlich gerechten Unentschieden.

Am vergangenen Sonntag war dann die fünfte der 6 Zweitvertretungen Gegner des FCM. Zu Gast war die Reserve von Hansa Rostock. Bei den zweiten Teams der Proficlubs spricht man oft von einer Wundertüte, und die Hansa-Reserve ist genau das. Mit 4 Siegen, 2 Unentschieden und 5 Niederlagen ist kein genauer Trend auszumachen, so dass man nicht genau wusste, was auf den FCM zukommt. Nach der zehnminütigen Drangphase der Magdeburger zu Spielbeginn wurde das aber schnell deutlich. Hansa ist eine technisch gute, engagierte und mit schnellen Spitzen konternde Mannschaft. Einen dieser Konter schloss dann schließlich der von den Profis abgestellte Dexter Langen zur etwas überraschenden Führung für die Hanseaten ab. Die Elbestädter ließen die Köpfe aber nur kurz hängen und wurden schließlich für ihr offensives Spiel belohnt, als der Rostocker Torhüter einen Braham-Schuss nicht festhalten kann und Vujanovic nur noch einschieben muss. Beim Stand von 1-1 schickte der gute Referee Gräfe die Teams in die Kabinen.
In der zweiten Hälfte setzte sich ein gutklassiges Spiel fort, bei dem der FCM weiter geordnete Angriffe versuchte und Hansa weiter mit schnellen Kontern (hauptsächlich über Addy Waku Menga, früher VfL Osnabrück) gefährlich war. Nach einer Ecke dann aber die vielumjubelte Magdeburger Führung. Diesmal war es Vujanovic, der auf Braham verlängerte, dem völlig freistehend eigentlich gar nichts anderes übrig blieb als den Ball einzuköpfen. Kleine Posse am Rande: Als es dank der Wetterlage und der untergehenden Sonne immer dunkler wurde, warteten die Stadionbetreiber sehr lange mit dem Einschalten des Flutlichts. So lange, dass Schiedsrichter Gräfe mehrfach die gleichmäßige Ausleuchtung des Spielfelds anmahnen musste. Mit dem Sieg über Rostock II schob sich der FCM auf Platz drei vor, denn das eigentliche Spitzenspiel des 12. Spieltages musste verschoben werden. Wegen des Castor-Transports sah sich die brandenburgische Polizei nicht in der Lage, die Partie Babelsberg-Halle hinreichend abzusichern. Das Spiel wird am 3. Dezember nachgeholt.

Am kommenden Freitag kommt mit Energie Cottbus das sechste Reserveteam auf den FCM zu. Vom Tabellenstand her sollten die Lausitzer der einfachste Gegner aus der Riege der zweiten Mannschaften sein, stehen sie doch mit nur 5 Punkten aus 12 Spielen am Tabellenende. Allerdings könnte man, wenn man das ganze wohlwollend betrachtet, einen kleinen Aufwärtstrend attestieren, denn vier dieser fünf Punkte holte die Mannschaft aus den letzten beiden Spielen gegen Wilhelmshaven und Lübeck. Cottbus' Reserve ist eine nahezu völlig neue Mannschaft, denn vor der Saison hatte man zahlreiche Abgänge zu verzeichnen, allein vier Spieler folgten dem früheren Trainer der Cottbusser Reserve, Heiko Weber, nach Aue. Da die Mannschaft hauptsächlich aus der eigenen Jugend aufgefüllt wurde, kommen die Cottbusser auf ein Durchschnittsalter von knapp 20 Jahren. Da die Bundesligamannschaft gerade auch alle Hände voll zu tun hat, um den Abstieg zu vermeiden, wird der Reserve aus dieser Richtung wohl keine Unterstützung angedeihen. Dennoch muss der FCM natürlich auf der Hut sein, denn schnell und technisch gut sind die Lausitzer ohne Frage. So warnt denn auch der Magdeburger Stephan Neumann vor überhöhten Erwartungen am Freitag und bittet das Publikum weiterhin um Geduld und Unterstützung, wenn nicht sofort alles rund läuft.
Da Babelsberg und Kiel erst am Sonntag gegen die Zweite des HSV beziehungsweise die Zweite von Hertha BSC antreten, kann der FCM am Freitag also erstmals Tabellenführer werden. Bleibt zu hoffen, dass die Mannschaft mit dem Erwartungsdruck des Publikums umgehen kann - und dass das Spielfeld am Freitag von Beginn an gleichmäßig beleuchtet ist. Wink
geschrieben von madcynic am 12.11.2008