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29.10. - Flutlichtspiel in der Regionalliga Nord

Der FCM empfängt den VfB Lübeck

Englische Wochen nicht nur in den Bundesligen, sondern auch in der Regionalliga Nord. So empfängt der 1. FC Magdeburg bereits am Mittwoch, den 29. Oktober, den VfB Lübeck.

Anstoß im Stadion Magdeburg ist um 19.00 Uhr.

Vor nicht einmal zwei Wochen war der VFC Plauen zu Gast in Magdeburg. Die Spitzenstädter präsentierten sich allerdings nicht gerade als Spitzenmannschaft, sondern waren ganz im Gegenteil an Harmlosigkeit kaum zu unterbieten - dennoch gelang das dem FCM fast. Denn obwohl man sich doch einige Torchancen erspielte, gelang es nicht, gegen die recht defensi aufgestellten Vogtländer in Führung zu gehen. Vujanovic vergab dabei beste Chancen, doch auch der vom Publikum ab der 60. Minute geforderte - und prompt eingewechselte Christian Reimann konnte sich nicht entscheidend in Szene setzen. So blieb es beim Spiel 5. gegen 8. beim torlosen Unentschieden. Zu allem Überfluss gewannen sowohl Kiel als auch Babelsberg ihre Partien, was dazu führte das der Rückstand des Aufstiegsfavoriten Magdeburg auf 9 Punkte anwuchs. Zwar war der FCM im vierten Spiel in Folge ungeschlagen geblieben, allerdings hatte die Mannschaft wieder eine Leistung gezeigt, mit der man nicht zufrieden sein konnte.

Viel Zeit blieb jedoch nicht, um über die Ursachen der wiederholt schwachen Vorstellungen nachzugrübeln, denn bereits am Freitag hieß es auf nach Leipzig. Im Zentralstadion stand eine besondere Begegnung auf dem Programm, sowohl für die Magdeburger Spieler Watzka, Reimann, Racanel und Wejsfelt, die alle bereits in Leipzig für den FC Sachsen aktiv waren, als auch für den Trainer des Gastgebers, Dirk Heyne. Der hatte ja bekanntlich sein halbes Leben beim FCM verbracht, erst als Torhüter und schließlich als Jugend- und später als Cheftrainer. Nach der wenig erfolgreichen Hinrunde der letzten Saison hatte sich der FCM allerdings von Heyne getrennt. Nun also kam es zum großen Ehemaligentreffen mit eingebautem Sportfest.
Von Fest konnte allerdings leider kaum die Rede sein. Paul Linz hatte auf die teils heftige Kritik nach schwachen Leistungen einiger Spieler reagiert und einige Veränderungen in der Startelf vorgenommen. So fand sich Mehmet Dragusha zum zweiten Mal in dieser Saison auf der Bank wieder, und auch Martin Zander musste nach eher durchwachsenen Leistungen als Rechtsverteidiger seinen Platz räumen. Statt seiner spielte Silvio Bankert als Rechtsverteidiger, dessen Position nahm auf der linken Seite Stephan Neumann ein. Racanel rückte für Dragusha auf links, und in der Mitte lief erstmals Pascal Matthias von Beginn an auf. Leider hatten diese Umstellungen nur teilweise den gewünschten Erfolg. Insbesondere am jungen Pascal Matthias lief das Spiel völlig vorbei. Das wiederum führte dazu, dass Racanel oft in die Mitte zog und die Außenpositionen zu oft verwaist waren. In der Folge gelang es nur selten, die Stürmer ins Spiel einzubinden - allerdings entschloss sich vor allem Braham zu oft im falschen Augenblick dafür, wie einst Günter Netzer aus der Tiefe des Raumes kommen zu wollen - prompt fehlte er als Anspielstation in der Spitze.
Dass es dem FCM vor der vergleichsweise geringen Zahl von 6.900 Zuschauern dennoch gelang, die drei Punkte mitzunehmen, lag vor allem an der indiskutablen Leistung des FC Sachsen und insbesondere an der grauenvollen Chancenverwertung der Leipziger. Hier wurde deutlich, warum nach 9 Saisonspielen erst 3 Tore auf dem Konto der Sachsen stehen. Die Magdeburger dagegen machten aus nichts ein Tor. Nach einer Ecke legte Braham auf Wejsfelt ab, der aus fünf Metern einschieben konnte. Dieser Moment und die daraus resultierenden drei Punkte waren dann aber auch das Positivste am ganzen Abend. Dass einige Unverbesserliche meinten, kurz vor Schluss verbotenerweise Bengalos und Raketen zünden zu müssen trug auch nicht unbedingt dazu bei, den Abend qualitativ zu heben.

Am Mittwoch nun kommt der VfB Lübeck in die Elbestadt. Die Lübecker stehen mit 9 Punkten eher am unteren Ende der Tabelle, allerdings befand und befindet sich der Verein in einer finanziell extrem kritischen Lage, so dass hier eine eher unerfahrene Mannschaft (Durchschnittsalter 22,5 Jahre) ins kalte Wasser geworfen wurde. Sehr viel Respekt erwarben sich die Marzipanstädter in der vergangenen Saison, als sie nicht nur trotz drohender Insolvenz die Saison zu Ende spielten, sondern sich auch sportlich noch ordentlich aus der Affäre zogen, obwohl ihnen in der Winterpause mehr als ein Dutzend Spieler "abhanden gekommen" waren.
Zuletzt verloren die Lübecker zu Hause mit 1-3 gegen Wilhelmshaven, dennoch sollte man die Mannschaft nicht unterschätzen, zumal der FCM mit eher defensiv eingestellten Mannschaften immer wieder Probleme hat und es schwer vorstellbar ist, dass die Lübecker hier sonderlich offensiv agieren werden.
geschrieben von madcynic am 27.10.2008