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13.09. - Derbyfieber und Revanchemöglichkeit

1. FC Magdeburg - Hallescher FC

Am Sonnabend, den 13. September, hat der 1. FC Magdeburg die Möglichkeit, sich den durch eher durchwachsene bis schlechte Leistungen verspielten Kredit zurückzuholen. Gegner im Stadion Magdeburg ist der Hallesche FC, das Spiel ist also ein Derby - und ein Sieg in dieser Partie bedeutet bei den Fans bekanntlich viel. Anstoss ist wie gewohnt um 14 Uhr.

Nach dem Auswärtssieg bei der Reserve des Bundesligisten Hannover 96 war gleich ein Mitfavorit zu Gast im Stadion Magdeburg. Die Störche von der Kieler Förde hatten ihr erstes Spiel verloren und standen dementsprechend unter Druck. Davon war ihnen allerdings vor gut 11.300 Zuschauern kaum etwas anzumerken, die Kieler zogen ihr Spiel konzentriert auf. Allerdings waren sie dabei hauptsächlich auf ihre Defensive bedacht, aber das kann man wohl keinem Gegner des FCM in dieser Saison vorwerfen. Der FCM selbst dagegen präsentierte sich im Spiel nach vorn pomadig und ideenlos, viel zu lange dauerte es, bis aus dem Ballbesitz ein Angriff entstand. Die Folge war, dass die Kieler sich hinten positionieren konnten und die Magdeburger Stürmer praktisch keine Bälle bekamen. Die einzige Chance der ersten Halbzeit vergab Vujanovic, als er den Ball über den Kasten jagte.
In der zweiten Hälfte zunächst ein anderes Bild, Magdeburg machte Druck, allerdings sprang wiederum nichts zählbares heraus - und die Kieler waren gelegentlich bei Kontern gefährlich. Einen davon schlossen die Kieler dann zu allem Überfluss auch noch erfolgreich ab, als nach einer Flanke die Direktabnahme zunächst den Pfosten traf. Dre Ball sprang zurück in die Mitte direkt vor die Füße von Lartey, der Beer keine Chance ließ. Der FCM mühte sich weiter um den Ausgleich, allerdings war zu keiner Phase der unbedingte Wille zum Sieg zu erkennen, und so gingen die Magdeburger nach dem Spiel von einem Pfeifkonzert begleitet in die Kabine.
In der Folgewoche musste der FCM dann nach Potsdam, zum SV Babelsberg. Die Babelsberger waren schon immer ein unbequemer Gegner für die Magdeburger, wie die Bilanz von nur 2 Siegen bei 4 Unentschieden und 2 Niederlagen zeigt. In der letzten Saison verspielte die Mannschaft auch gegen Babelsberg in zwei wirklich schwachen Partien die dritte Liga. Und in diesem Jahr riss man im Karl-Liebknecht-Stadion auch keine Bäume aus. Nicht nur, dass im Spiel nach vorn keine Verbesserung im Vergleich zur Partie gegen Kiel eintrat, auch in der Defensive konnte man eher von einem Hühnerhaufen als von Souveränität sprechen. Bestes Beispiel dafür war das Tor zum 0-1 von Daniel Frahn. Weil sowohl Prest als auch Neumann zum Kopfball gehen und sich dabei gegenseitig behindern, fällt der Ball Frahn auf Höhe des Elfmeterpunkts vor die Füße, Torhüter Beer hat keine Chance. Dass Lange noch zum 0-2 erhöht, macht den Kohl dann auch nicht mehr fett. Nach drei Spieltagen steht der FCM auf Platz 13 und hat 4 Punkte Rückstand auf Platz 1.

Wiedergutmachung war also angesagt. Und wo könnte das besser gelingen, als in einem Spiel im Landespokal bei einem unterklassigen Gegner, dem MSV Eisleben aus der Verbandsliga Sachsen-Anhalt. Die Eislebener, zu DDR-Zeiten lange Jahre unter dem Namen Dynamo Eisleben Zweitligist, haben allerdings mehrere Oberliga-ehrfahrene Spieler im Kader, und mit Miroslav Rada sogar einen früheren Champions-League-Teilnehmer (Vorrunde 1999/00 mit FK Teplice). Ein locker-leichtes Spiel stand also trotz des Zwei-Klassen-Unterschieds nicht zu erwarten.Es ging aber dennoch gut los für den FCM. Schon in der 8. Minute setzte sich Dragusha schön auf links durch, seine Flanke zur Mitte konnte vom Eislebener Torhüter zunächst abgewehrt werden, aber endlich einmal war das Glück auf Seiten der Magdeburger. Der abgwehrte Ball traf einen Abwehrspieler und sprang Najeh Braham vor die Füße, der nur noch zum 1-0 für die Elbestädter einschieben musste.
Wer jetzt allerdings erwartet hatte, der FCM würde mit der Führung im Rücken sicherer, sah sich einmal mehr enttäuscht. Eisleben verlegte sich jetzt aufs Angriffsspiel und setzte die Magdeburger gewaltig unter Druck. In den verbleibenden 80 Minuten hatten die Gastgeber die besseren Chancen, mehr vom Spiel und hätten sich den Ausgleich durchaus verdient gehabt. Nur mit viel Glück und einigen gutren Reflexen auf der Linie rettete Magdeburg das 1-0 über die Zeit. Die beste weitere FCM-Chance hatte noch Maximilian Watzka, allerdings vergab er freistehend mehr als kläglich.

Am Sonnabend steht nun das Landesderby an. Der HFC ist besser in die Saison gestartet als die Mannschaft aus der Landeshauptstadt, steht mit 5 Punkten aus 3 Spielen ungeschlagen auf Platz 8. Mit Ruhm bekleckert haben sich die Saalestädter dabei allerdings auch nicht. Zuhause reichte es bislang nur zu einem Tor in zwei Partien, aber das ist immer noch ein Tor mehr als der FCM bislang auf heimischem Geläuf erzielt hat. Auswärts gewann der HFC in Lübeck mit 1-0 durch einen Foulelfmeter.
In negativer Erinnerung ist sicher vielen FCM-Fans der letzte Auftritt der Hallenser in der Landeshauptstadt. Im Landespokal-Finale unterlag der 1. FC Magdeburg in einer insgesamt von beidenSeiten extrem schlechten Partie mit 3-4 im Elfmeterschießen. Am Sonnabend soll diese Scharte endgültig ausgewetzt werden, und das vor einer recht stattlichen Kulisse - im Vorverkauf wurden schon über 9.000 Tickets abgesetzt.
In Anbetracht dieses Andrangs ist pünktliches Erscheinen natürlich erwünscht, auch von Seiten des Vereins, der extra noch einmal darauf hinweist, den ÖPNV zu nutzen. Tageskassen für den Heimbereich sind auch am Spieltag geöffnet, mit Ausnahme des Eingangs- und Kassenbereichs Nordost.
geschrieben von madcynic am 11.09.2008