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17.05.08 - CSD Magdeburg???

IDAHO-Grillen im Campusgarten

Der Magdeburger CSD ist tot, lang lebe der CSD.
In diesem Jahr wird es wohl erstmalig seit langem keinen Christopher Street Day geben, aus Finanzengpässen, wie es heißt. Zwangläufig stellt sich die Frage, benötigt man einen solchen Tag in einer mittelgroßen Stadt wie Magdeburg überhaupt?

Um zu verstehen, was der Christopher Street Day den Lesben und Schwulen bedeutet, muss man wissen was der CSD eigentlich ist: ein Gedenktag!
Er erinnert an den ersten öffentlichen Aufstand verschiedener sexueller Minderheiten gegen die Willkür der Polizei in der Christopher Street/ Greenwich Village/ New York. Er fand am 28.06.1969 im Stonewall Inn, einer Bar, statt. Damals gab es immer wieder gewalttätige Polizeieinsätze gegen Kneipen, in denen Homosexuelle verkehrten. Doch plötzlich wehrten sich diese Schwuchteln einfach so. Es folgten tagelange Straßenschlachten zwischen Homos und Gesetzeshütern…
Im Jahr darauf wurde ein Committee zur Einrichtung eines Christopher Street Liberation Day, der seitdem jedes Jahr Ende Juni mit einer Parade durch die Straßen New Yorks begangen wird. Daraus wurde schon bald internationale Tradition:
Die erste Lesben- und Schwulendemonstration in Deutschland fand am 29.04.1972 in Münster statt. Sieben Jahre später, im Jahr 1979, gabs dann die ersten „echten“ CSDs in Bremen und Berlin… (Infos frei nach WIKI)

Der Christopher Street Day also eine politische Demo für die Rechte von Lesben und Schwulen? Hätte man nicht erwartet, wenn man dem bunten Treiben schon mal vom Strassenrand aus oder vor dem Fernseher zugeschaut hat, nicht wahr!?
Eigentlich fühlt man sich da doch viel mehr nach Berlin zur Loveparade oder nach Köln zum Rosenmontagsumzug versetzt, oder?

Keine Sorge, heute wissen wahrscheinlich genauso viele Schwule und Lesben nicht mehr um die politische Bedeutung des CSD, und das, obwohl sie jedes Jahr nach Berlin und Köln tingeln, um dort zu feiern, Bekannte zu treffen, oder in ungeahnte sexuelle Sphären aufzusteigen…
Auch den Machern der Veranstaltungen fällt es immer schwerer politische Themen für die Paraden zu finden. So wurde beispielsweise das Motto des diesjährigen Berliner CSD „ Hass du was dagegen? Einfach Liebe!“ sprichwörtlich in letzter Sekunde über den Zaun gebrochen.



In Magdeburg sieht es noch düsterer aus: Nachdem die wichtigste Geldquelle zeitweilig versiegt ist, wird es wohl oder übel keinen CSD geben.

Ja, es gab in den letzten Jahren auch immer CSDs in der Landeshauptstadt Sachsen-Anhalts. Zugegeben weniger pompös und schillernd, aber dafür doch ganz liebenswert. Es war eher eine ganze Christopher Street Week, die hier geboten wurde: Keine Parade, dafür mal eine Eröffnungsparty im B’n’B, mal eine Lesung im Frauenzentrum Courage, mal eine rosa Stadtführung hier, mal ein les-bi-schwules Fußballturnier dort, oder mal ein homosexueller Film im Studiokino… Meist ein wenig versteckt, endete das Ganze stets offen im Liebigstraßenfest am Hassel beim Gummibärchen. Kleinkunstbühne, Diskussionen, Kuchenbasare, Gewinnspiele, Grillwürste, Gelächter, Tanz, und Musik… les-bi-schwules Leben, und das durchaus familientauglich.
Hättet ihr das nur schon im letzten Jahr gewusst, was… Ihr wärt doch sicher auch mal vorbei gekommen!?



Nun, zumindest in diesem Jahr wird uns dieser Hort des Integrationsgedankens, der auf so leise und doch prägnante Weise für unsere Rechte focht, nicht zur Verfügung stehen. Trotzdem sind Veranstaltungen dieser Art für Magdeburg und unser Land noch immer wichtig: Weshalb? Nun, gerade im Februar 2008 wurden hier in Magdeburg wieder Homosexuelle auf offener Straße beschimpft und verprügelt, von Toleranz, ganz zu schweigen von Integration, kann also noch keine Rede sein.


Wie also in diesem Jahr Farbe bekennen? Ja-Sagen zu Integration und Toleranz von Minderheiten?
Durch viele kleine Veranstaltungen, die für ein friedliches Miteinander werben!!!

Das les-bi-schwule Referat freut sich Euch, Studierende, Lehrende, Menschen mit Herz und Verstand, am 17. Mai 2008, dem Internationalen Tag gegen Homophobie(IDAHO), zu einem Grillen ab 17:00 Uhr in den Campusgarten des Projekt 7 einzuladen! Vielleicht können wir damit helfen, Vorurteile abzubauen und Verständnis verbessern.

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Auf zahlreiches erscheinen, Euer DykeAndGay-Team
geschrieben von DykeAndGay am 07.05.2008