Schon um kurz vor 11 Uhr, auf dem Parkplatz des Elbauenparks kündigte sich das an, was fast ein Motto des Besuchs im Jahrtausendturm sein könnte. Ich mühte mich nämlich mit dem Parkscheinautomaten ab, was madcynic nur mit einem trockenen "Drück doch einfach den grünen Knopf" quittierte. Ausnahmsweise war der Ratschlag sogar hilfreich, mein Auto wurde mit einem Parkschein ausgestattet und wir konnten uns endlich zu Fuß zum Turm begeben. Dort angekommen wurde mir dann recht schnell klar, dass der Turm mit allerhand gefüllt ist und zwar mit den rund 250 Exponaten, angesiedelt auf 6 Ebenen, der Ausstellung über 6000 Jahre Wissenschafts- und Technikgeschichte der Menschheit. Ganze 8000 Quadratmeter Ausstellungsfläche erwarteten uns im weltweit größten Holzturm.
Schon die Eingangshalle ist imposant und sehr liebevoll gestaltet.
Hier findet man zur Zeit die Sonderausstellung Das Baltikum und die Deutschen in der noch bis zum 4. Mai die Historie und die Gegenwart des Baltikums, beginnend im Jahr 1200, der Einfluss deutscher Persönlichkeiten in den baltischen Ländern, das Baltikum als Reiseziel und die strukturelle Vielfalt anhand von Estland, Lettland und Litauen dargestellt wird. Direkt hinter dieser Sonderausstellung beginnt die eigentliche Ausstellung und zwar mit der 1. Ebene "Von der Frühgeschichte zur Antike bis 500 u.Z" und dem Foucaultschen Pendel. Der Kuppelsaal ist mit seiner Höhe von 20m der größte offene Raum des Jahrtausendturms. Wie auf jeder Ebene gibt es auch hier eine Menge zu entdecken und vor allen Dingen selbst auszuprobieren, da viele Exponate sowohl berührt, als auch bewegt oder benutzt werden können.
So gibt es zum Beispiel das Skelett eines Mammuts, einen Nachbau der Stadt Babylon oder eine ägyptische Grabkammer zu entdecken.
Praktisch und zum "selber ausprobieren" wird es beim Satz des Pythagoras oder der Archimedes-Schraube. Nur durch die Mitarbeiter zu bedienen, aber trotzdem sehr interessant und eindrucksvoll ist die Dampfkugel des Heron oder die, ebenfalls durch Dampf angetriebene Tempeltür. Ob es jetzt daran lag, dass kaum etwas los war oder daran, dass die Mitarbeiter immer so hilfreich und freundlich sind, kann ich nicht sagen, aber wir hatten nie ein Problem damit jemanden zu finden, der uns die besonderen Apparaturen erklärte und vorführte.
Die zweite Ebene: Mittelalter 500 bis 1500
Ich muss zugeben, hier sind wir ziemlich durchgehastet und sind zum Beispiel gar nicht bis zum indischen Schachspiel gekommen. Dafür haben wir es wenigstens geschafft das Wasserrad in Bewegung zu setzen und die Flaschenzüge auszuprobieren.
Eine freundliche Mitarbeiterin hat uns dann noch die Apparatur mit den aufgehängten Kugeln erklärt. Na, wer weiß worum es dabei geht?
Weiter geht es dann auf der dritten Ebene: Frühe Neuzeit 1500 bis 1750
Diese Ebene steht im Zeichen der Medizin, im Zeichen von Kopernikus und Galilei und nicht zuletzt im Zeichen Otto von Guerickes. Hier wird der freie Fall im Vakuum gezeigt, man kann den Goldenen Schnitt - und die Goldene Spirale - begutachten und natürlich fehlen auch die "Magdeburger Halbkugeln" nicht.
Ja, man merkt, wir wurden immer schneller, denn um 13 Uhr musste der madcynic schon wieder beim Fußball sein, der alte Kunstbanause! Deswegen schnell weiter zur vierten Ebene.
Ebene 4: Die Zeit von 1650 bis 1850
Die vierte Ebene ist die erste, die sich oberhalb des Kuppelsaals befindet. Wir befinden uns also mittlerweile knapp 20m über dem Boden. Diese Ebene ist ganz dem Forschergeist der Menschen gewidmet. Neben allgemeinen Exponaten und Experimenten, zum Beispiel zur Optik, findet sich auch der "Schiefe Raum". Das Gestell, durch welches man gucken soll ist zum Glück Kamera geeignet und so konnten sich sowohl die Künstlerin, als auch der madcynic einmal ganz groß fühlen!
Als letztes vor der großen Aussichtsplattform, kommen die Ebenen 4.1 bis 5: Die Zeit von 1750 bis heute:
Auch hier gibt es neben zahlreichen Informationen auch wieder eine Menge Knöpfe zu drücken oder Hebel umzulegen und ihr könnt mir glauben, wir haben alle Hebel mindestens einmal umgelegt und jeden Knopf mindestens einmal gedrückt. Aber unsere Zeit neigt sich aber dem Ende zu, ihr sollt auch noch etwas zu entdecken haben und wir wollten doch noch unbedingt die Aussicht genießen!
Insgesamt stehen die Teilbereiche im Zeichen der Elektrizität, des Magnetismus und der Astronomie. Auch die Relativitätstheorie findet eine würdige Erwähnung. Auf Ebene 5 werden dem geneigten Besucher Einblicke in aktuelle Forschungsergebnisse der OvGU gewährt. Nur über die Platzierung des Banners sollte man vielleicht noch einmal nachdenken. So über einem leeren Tisch wirkt das einfach nicht so, wie es wohl soll.
Und die Künstlerin, oder auch "Praktikantin" genannt, musste mal wieder spielen.
"Guck mal, ich kann fliegen!"
Zu guter Letzt haben wir es, pünktlich mit dem Regen, zur Aussichtsplattform geschafft. Bei gutem Wetter ist der Ausblick sicher noch viel, viel besser, deswegen wird euch an dieser Stelle der Ausblick erspart. Selbst hochgehen und gucken!
So, das war er, unser Schnelldurchlauf durch den Jahrtausendturm. Demnächst wird das Ding noch einmal besucht und zwar mit ein paar Stunden Zeit im Gepäck!
Ihr habt auch Lust bekommen dem Jahrtausendturm einen Besuch abzustatten? Dann gibt es hier noch ein paar wichtige Informationen:
Öffnungszeiten:
geöffnet vom 5. April bis 2. November 2008
Dienstag bis Sonntag sowie an den gesetzlichen Feiertagen in Sachsen-Anhalt
10.00 bis 18.00 Uhr; letzter Einlass 17.30 Uhr
(montags geschlossen)
Die Tageskarte zum Elbauenpark kostet für Studenten 2€, alle anderen Preise entnehmt ihr am Besten der Preistafel.
Und als Abschied "Webuni" auf altägyptisch (V-E-B-U-N-Y):
Hergestellt mit einer Hieroglyphen-Stempelmaschine (Ebene 1
) und nach dem dezenten Hinweis, dass die Ägypter von oben nach unten und nicht von links nach rechts geschrieben haben, hat es dann auch geklappt Alle Fotos: Claus Hock
