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Schonmal eine Kuh finanziert?

Mikrodarlehen bei Kiva.org

Jeder kann jetzt Menschen in Entwicklungsländern Hilfe zur Selbsthilfe zu geben. Bereits mit der einmaligen Zahlung von 25 US-Dollar (18 Euro) kann man Menschen helfen, ihr eigenes Unternehmen zu gründen oder zu erweitern. Und man bekommt sein Geld anschließend sogar wieder zurückgezahlt. Als ob man das Geld seinem besten Freund leiht.


Es gibt genügend Menschen in Entwicklungsländern, die ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen und aus eigener Kraft ihren Lebensstandard und den ihrer Familien verbessern wollen. Mit dem eigenen kleinen Unternehmen erschließen sie neue Einkommensquellen. Unternehmensgründung oder -ausbau scheitern dann jedoch meist an den fehlenden finanziellen Mitteln. Dort ansässige Banken gewähren dafür in der Regel keine Kredite und lokale Geldverleiher nehmen Zinsen von 60% bis 800%. Der Kapitalbedarf der Kleinunternehmer für ihre Vorhaben liegt durchschnittlich in einem Bereich von wenigen hundert US-Dollar. Was hier helfen würde, wäre eine Institution, welche günstig Mikrodarlehen an diese Kleinunternehmer ausreicht und so den nötigen Anschub für ihre Unternehmen gibt.

An dieser Stelle kommt das Internetportal „www.kiva.org“ auf den Plan. Die Gründer, die Amerikaner Matt und Jessica Flannery, haben den Bedarf erkannt und stellen seit 2005 mit Kiva.org eine Plattform zur Verfügung, mit der jeder Internetnutzer zum Mikrokreditgeber für Kleinunternehmer in Entwicklungsländern werden kann. Die Summen werden in vergleichsweise zinsgünstigen Darlehen ausgereicht und in monatlichen Raten von den Empfängern wieder zurückgezahlt. Das Portal arbeitet hierfür mit lokalen, auf Microinvestment spezialisierten Partnern (field partners) in den jeweiligen Ländern zusammen, welche die zu fördernden Projekte vorab genau unter die Lupe nehmen und nur wirklich ernsthafte und vertrauenswürdige Vorhaben in die Liste der Bedürftigen für Kiva aufnehmen. Dadurch liegt die Ausfallrate der Darlehen bei unter 0,5 Prozent. Die field partners finanzieren ihre Arbeit über Zinseinnahmen aus den Darlehen, die Portalbetreiber von Kiva arbeiten rein auf Spenden- und Sponsorenbasis.
Weltweit unterstützen bereits über 120.000 Internetnutzer mit insgesamt über 12 Mio. US-Dollar Kleinunternehmer in 39 Entwicklungsländern. Über 18000 Mikrodarlehen konnten bisher ausgereicht werden. Selbst Bill Clinton führt Kiva in seinem aktuellen Buch „Giving: How each of us can change the world” auf. Kiva hat es mit seiner Internetlösung geschafft, einen persönlichen Bezug zu Menschen in Entwicklungsländern herzustellen. Man kann als Einzelner vom heimischen PC aus mit vergleichsweise wenig Geld dort so viel bewegen und fühlt sich mit dem Schicksal und den Bestrebungen einzelner Menschen persönlich verbunden.

Wie kann man sich beteiligen?

Man meldet sich im Portal als Nutzer an und sucht sich ein oder mehrere Projekte aus, die einem von den Personen oder vom Inhalt her gefallen. Bereits ab 25 Dollar (z.Zt. ca. 18 Euro) kann man ein Projekt unterstützen. Gezahlt wird bequem über Paypal. Ist die komplette Darlehenssumme gemeinsam mit anderen Nutzern gesammelt worden, geht das Geld zu 100% über einen field partner an den Kleinunternehmer. Der Unternehmer tätigt seine Investitionen und zahlt dann die Darlehenssumme in den folgenden Monaten (i.d.R. 6 bis 12 Monate) an Kiva zurück. Die zurückgezahlte Summe kann man sich dann entweder über Paypal auszahlen lassen oder aber wieder in das nächste Projekt bei Kiva investieren.

Ich selbst unterstütze seit Mitte September mehrere Kleinunternehmer über Kiva, u.a. in Afghanistan, Nigeria, Mexico und im Libanon. Im Oktober werden die ersten von ihnen ihr Darlehen stückweise zurückzahlen und ich kann davon die nächsten Projekte finanzieren. Wie so oft im Leben sind auch bei Kiva Vetrauen und der Glaube an den Erfolg der Anfang allem. Smile

Karsten (west)



PS: Übrigens, wer noch das passende Weihnachtsgeschenk für „jemanden der schon alles hat“ sucht: Bei Kiva kann man so genannte „Gift Certificates“ (Gutschein) erwerben und dem Beschenkten die Möglichkeit geben, einen Kleinunternehmer zu unterstützen.

Hier mal ein paar Projekte, die mit Unterstützung der Kiva-User möglich wurden:



Die Bäuerin Kem Pharin in Kambodscha
Der Zimmermann Komlan Semenou in Togo
Die Obsthändlerin Alexandra Castro in Ecuador
geschrieben von west am 01.10.2007