Im Rahmen des Drittmittelprojektes „High-Expectation Entrepreneurship“ (HEE) beschäftigen sich der Projektleiter, Prof. Dr. Matthias Raith, und seine Mitarbeiter intensiv mit dieser Problemstellung. Das Projekt ist an das Interaktionszentrum Entrepreneurship (OvG-Universität) angegliedert und wurde mit einem Fördervolumen von ca. 725 Tausend Euro und einer Laufzeit von drei Jahren vom BMWI bewilligt. Besonderes Merkmal dieses Ansatzes ist die Begleitung ausgesuchter realer Gründungsprojekte aus den Hochschulen des Landes Sachsen-Anhalt, mit dem Ziel, hieraus wachstumsstarke Unternehmen zu generieren und diese in der Region anzusiedeln.
Der Gestaltungsprozess wachstumsstarker Unternehmen, wie er von Raith vorgesehen ist, findet seinen Startpunkt in der sorgfältigen Auswahl der leistungsfähigsten Gründungsprojekte des Landes. Die Akquirierung erfolgt im Wesentlichen aus dem Pool des Business Angels Netzwerks (BAN). Ein erstes Abstimmungsgespräch mit Herrn Fricke (Geschäftsstellenleiter des BAN) hat es hierzu in der letzten Woche bereits gegeben. Indirekt kann auch auf den Bestand der beiden Hochschulnetzwerke, das Impuls-Netzwerk und Univations, zurückgegriffen werden, da diese ihre leistungsstärksten Gründungsprojekte an das BAN weiterleiten. Gründungsteams, die mit ihren Projekten in die HEE-Projektbegleitung übernommen werden, verfügen in der Regel bereits über einen groben Businessplan. Sie gehören zu den prämierten Projekten des Businessplan Wettbewerbs oder haben bereits andere, überregionale Auszeichnungen erhalten.
Die ausgewählten HEE-Projekte sollen dann in einem drei-stufigen Roundtable Prozess strategisch neu ausgerichtet werden. Die Gründungsvorhaben werden dabei von einer individuell zusammengestellten Taskforce begleitet. Während sich die erste Roundtablesitzung der Analyse des vorhandenen Businessplans widmet, dient die zweite Sitzung der strategischen Neuausrichtung vor dem Hintergrund der vorgelegten Marktanalysen. Darüber hinaus wird über neue strategische Partnerschaften nachgedacht. Der überarbeitete Businessplan wird in der dritten Sitzung einer kritischen Prüfung unterzogen, und wenn alle wichtigen Entscheidungsträger am Tisch sitzen, können die notwendigen Zusagen zu Partnerschaften festgehalten und ein Umsetzungsfahrplan erstellt werden. Um die Nachhaltigkeit der HEE-Begleitung zu gewährleisten, ist zusätzlich noch ein Controlling-Roundtable vorgesehen. Die erste Roundtable-Sitzung wird voraussichtlich bereits im Mai 2007 stattfinden.
Für jedes ausgewählte HEE-Projekt wird eine individuelle Taskforce zusammengestellt, bestehend aus 10-20 Gründungs- und Fachexperten primär aus der Region. Die Experten der HEE-Taskforce rekrutieren sich aus dem Gutachter-Pool des Business Angels Netzwerks sowie aus Institutionen mit ausgewiesener Expertise bei Unternehmensgründungen. Das HEE-Team erarbeitet gerade eine Zusammenstellung von Experten, die für die einzelnen Gründungsvorhaben angefragt werden können.
Für die Unterstützung der HEE-Taskforce sind über die gesamte Projektlaufzeit 12 Studenten in Businessplan -Teams vorgesehen. Die Mitglieder der Businessplan -Teams sind Studenten der Betriebswirtschaftslehre mit einer Schwerpunktausbildung in Entrepreneurship und Projekterfahrung in der Businessplan-Erstellung an der Magdeburger Fakultät für Wirtschaftswissenschaft. Unter der Leitung der beiden wissenschaftlichen Mitarbeiter Thorsten Staak und Helge Wilker arbeiten sie mit dem Gründerteam zusammen. Ihre Aufgabe ist es, anstehende analytische Fragestellungen auszuarbeiten, Strategien vor- und für die Präsentation aufzubereiten und schließlich den Businessplan zu überarbeiten. Je nach Aufgabe und Kompetenzfeld steht das Businessplan -Team über die wissenschaftlichen Mitarbeiter mit den Mitgliedern der Taskforce in Verbindung.
Innerhalb des Förderzeitraums sollen 20 Gründungsprojekte durch HEE-Taskforces begleitet werden mit dem Ziel, hieraus wachstumsstarke Unternehmen zu generieren und diese in der Region anzusiedeln. Wissenschaftliches Ziel des Projekts ist es, mit Hilfe analytischer Methoden die strategische Wachstumsorientierung und den darauf aufbauenden Begleitungsansatz soweit zu standardisieren und zu dokumentieren, dass er projekt- und damit branchenübergreifend auch in anderen Gründungsnetzwerken eingesetzt werden kann.
Thorsten Staak
Kontakt: Thorsten.Staak@ww.uni-magdeburg.de
High-Expectation Entrepreneurship
Wie initiiert man wachstumsstarke Gründungen?

Es ist bemerkenswert, dass fast 80% aller durch Gründungen geschaffenen Arbeitsplätze von sog. wachstumsstarken Jungunternehmen zu erwarten sind, d.h. von Gründern die innerhalb der ersten fünf Jahre mindestens 20 Arbeitsplätze einrichten. Umso interessanter ist die Frage, ob man solche wachstumsstarken Gründungen durch einen geeigneten Prozess „künstlich“ initiieren und gestalten kann.
geschrieben von $DEL_8161 am 20.03.2007