Als ich vor ein paar Tagen erneut in diesem Thread las war es soweit: nach Monaten schickte ich dann doch die Mail an Herrn Baldauf mit der Bitte um Freischaltung eines MSDNAA-Accounts. Prompt, nach ca. drei Stunden an einem Samstag, erhielt ich die Antwortmail mit den Zugangsdaten.
Infos zur MDNAA an der Uni Magdeburg: Klick
Die Vista-Cd-Images fix (5h mit DSL1000) heruntergeladen, gebrannt und schon konnte es losgehen.
Vorbereiten der Installation
Da ich seit Jahren immer mit mehreren Betriebssystemen arbeite war es für mich eine Selbstverständlichkeit Vista neben XP zu installieren. Jedoch möchte ich hiermit nur jedem Nutzer dieses ans Herz legen. Da besonders beim Umstieg unbekannte Probleme auf einen zukommen können, empfielt es sich, ein weiteres Betreibssystem installiert zu haben, um weiterhin produktiv arbeiten zu können.
Für User, die nicht wissen, was damit gemeint ist bzw. lieber erstmal nur so reinschauen ,wollen wäre eine Installation in einer Virtualmachine eine Alternative.
Tipp: aktuelle Vista-Treiber für die wichtigsten Komponenten vor der Installation herunterladen und offline verfügbar machen. Eine gute Quelle ist diese Liste auf Computerbase: Klick
Installation
Update:
Um aus den 5 Installations-CDs eine bootfähige DVD zu machen empfiehlt sich das Tool vLite. Es benötigt das .NET 2.0 Framework und es sind Links zu deutschsprachigen Anweisungen vorhanden, deshalb gehe ich nicht weiter darauf ein.
Nach dem Brennen der Imagedateien auf die 5 CDs und dem Notieren des Lizensschlüssels (nicht vergessen, aufzuschreiben!) für Windows Vista Business, konnte es schon losgehen. Neustart, von CD booten, Installationsumgebung laden lassen und auf die erste Eingabeaufforderung warten. Erwartungsgemäß sollte zuerst die Festplatte gewählt werden. Vista benötigt nicht wie WinXP eine primäre Partition zum Betrieb, aber diese dürften für Ottonormaluser eh nicht knapp sein. Also Partition ausgewählt (30GB, 40GB sind empfohlen) und weiter. Spracheneinstellungen und Uhrzeit wählen ist identisch zur XP-Installation. Bevor die Installation mit dem Kopieren der Dateien beginnt, wird noch zur Eingabe des Lizenskeys aufgefordert, ist aber nicht Pflicht. Anhand des Lizenskeys erkennt die Installationsroutine die Vista-Version und installiert die entsprechende.
Ob man ohne Eingabe des Lizenskeys danach die zu installierende Version wählen muss oder ob anhand der CDs nur die Businessverion installiert werden kann, habe ich nicht getestet. Im Internet ist jedenfalls zu erfahren gewesen, dass alle Vista-Versionen auf einem Datenträger ausgeliefert würden und nur der Lizenskey die entsprechende Version aktiviert. Weiterhin heißt es, wäre es möglich, Vista 30 Tage ohne Eingabe eines Lizenskeys zu testen, erst danach müsse per Zwangsaktivierung mit Lizenzkey ein längerer Betrieb möglich gemacht werden oder bis zu 3 mal der Testzeitraum verlängert werden.
Quellen hierzu: Testzeitraum
Nachdem die Istallationsroutine alle Dateien kopiert hat, erfolgt der Neustart und weitere größtenteils automatisierte Konfiguration von Vista.
Der erste Eindruck
Erscheinungsbild
Beim ersten Start macht das Begrüßungscenter genau das, was es machen soll:
Nach den ersten Klickorgien nervt es aber nur noch und wird aus dem Autostart genommen. Die Sidebar, welche um sogenannte Widgets erweiterbar ist, ist ab und an auch nett, jedoch eher unnötig. Also gleich mal deaktiviert, da es den Start auch etwas verlängert. Ich könnte mir jedoch vorstellen, dass wenn die Entwicklung der Widgets weiter vorangeschritten ist, dass diese sinnvoll genutzt werden können.Arbeitsplatz
Treiber
Vista bietet von Haus aus für fast alles mitgelieferte Treiber. Zumindest war es bei mir so, dass bis auf den Bluetooth-Dongle erstmal alles funktioniert hat. Wer sich auf die Grundlegenden Funktionen der Hardware beschränken möchte, wird mit diesen Treibern kein Problem haben. Allgemein ist es so, dass der User doch eher auf die Treiber des Hardwareherstellers zurückgreift. Da fingen meine Probleme an.
Meine Soundblaster Live! 5.1 wird von Creative nicht mehr durch Vista-Treiber versorgt. Was nun zur Folge hat, dass ich bei dieser keine 5.1-Unterstützung in der Lautsprecherkonfiguration aktivieren kann. Die Onboardsoundkarte mit AC97-Chip wird voll unterstützt, kann aber kein EAX... Was bleibt ist die Lautsprecher an die AC97 anzuschliessen und die Soundblaster zum Skypen mit Kopfhörer zu nutzen.
Die Grafikkarte läuft. Auch diese wurde wie die Soundkarte richtig erkannt und kann mit dem Standardtreiber betrieben werden. Im Gegensatz zu Ati hat Nvidia noch ein paar Probleme, die Treiber mit Funktionalität auszustatten wie in WinXP. Bis jetzt kann ich Dualmonitor-Unterstützung auswählen, die Auflösung wählen und für den 3D-Modus Details einstellen. Eine Farbsteuerung für jeden einzelnen Monitor ohne andere Tools oder andere Features sind noch nicht in Sicht. Aber solang Nvidia jeden Tag neue Beta-Treiber veröffentlich kann man ja noch hoffen.
Für die uralte TV-Karte hat Vista irgendwelche Treiber rausgekramt. Woher diese stammen, weiß ich nicht. Der Hersteller hat jedenfalls noch keine Vista-Treiber für mein Modell veröffentlicht.
Update:
Nachdem mit allen bisher veröffentlichten Treibern für die Soundblaster Live! kein 5.1-Sound aktiviert werden konnte bin ich auf alternative Treiber von kX Projekt umgestiegen. Dieses Projekt entwickelt eigene Treiber für Soundblaster Audigy- und Live!-Karten und diese funktionieren erstaunlicherweise auch unter Vista. Die Seite hat schon lange kein Update erfahren, jedoch wurde die Entwicklung nicht eingestellt. Der aktuelle Treiber soll bald auf der Homepage zum Download angeboten werden. solang das aber nicht geschehen ist kann er hier heruntergeladen werden.
Zweites Problemfeld sind die Grafikkartentreiber. Die Grafikkarte funktioniert ohne Probleme, aber darauf beschränkt sich der Leisutngsumfang der momentan aktuell erhältlichen Treiber. Eine treiberseitige Lüftersteuerung oder Multidesktopsuppert scheinen noch in weiter Ferne. Man ist hier also auf Dritte angewiesen. Da ich zumindest für die Lüftersteuerung noch keine Lösung gefunden habe kann ich hier auch keine Links anbieten.
Selbstschutz
Der größte Feind eines funktionierenden Betriebssystems ist der User selbst. Zumindest, wenn er nicht weiß, was er tut. Ergo hat MS für sämtliche administrativen Eingriffe in das System ein Bestätigungsverfahren integriert. Selbst wenn der eigene Account über Adminrechte verfügt, ist man ständig unter Beschuss mit Bestätigunsfeldern.
Sicherlich ist dies eine sehr sinnvolle Funktion, wenn der Account eingeschränkte Rechte besitzt oder unerfahrene Nutzer ihre erste Begegnung mit einem Betriebssystem haben. Aber wer so in etwa weiß, was er tut, fühlt sich behindert, eingeschränkt und irgendwann gewaltig genervt. Zumal es nicht nur die Klickerei zu Überstehen gilt, sondern auch Zeit kostet. Beispiel: WinRar. Rechtsklick auf Archivdatei und sofort entpacken bleibt ohne Reaktion, da dem Programm die Ausführungsrechte fehlen. Mit dem in Windows integrierten Tool ist das möglich, aber elend langsam. Also bliebe nur der Weg über das normale Öffnen der Datei und dann dort extrahieren.
Was folgt ist die Deaktivierung über die Benutzerkontensteuerung. Da es nur die Optionen "Viel klicken" oder "Garnicht klicken" gibt, sehe ich da noch Nachholbedarf.
Schutz vor Anderen
Ein anderer brauchbarer Virenscanner für Vista, welcher für Privatanwender kostenlos ist, wäre avast!
Programmkompatibilität
Vieles rennt, manches geht und anderes humpelt. So ist wohl der Stand der Dinge. Erwartungsgemäß hat MS seine Softwarepalette für den Vistastart fit gemacht. Die meisten Opensourceprojekte haben auch gute Arbeit gemacht. Und wiederum andere wissen: mit einem neuen Betriebssystem lässt sich Geld verdienen.
Während Firefox offiziell Vista unterstützt, man bei Thunderbird die Beta verwenden muss und Miranda mal mehr und mal weniger funktioniert, gehen bei anderen Anwendungen die Alternativen aus. Meine Nero 6 Lizenz gilt natürlich nicht für das Vista unterstützende Nero 7. Die in Windows integrierte Lösung ist nicht wirklich eine. Aber noch habe ich 30 Tage Zeit. DScaler funktioniert nur mit Gewalt und auch eher weniger. Alternative Freeware muss ich noch suchen, denn Windows Media Center ist in Business nicht integriert und Nero Home hat wie soeben beschrieben eine kurze Lebenserwartung. OpenOffice funktioniert, ist für mich als Office-Umsteiger noch recht gewöhnungsbeürftig.
Um diese Liste nicht die verbliebenden 6063 Zeichen fortzuführen gibt es hier eine Liste.
Fazit
Vista macht für mich selbst bis jetzt einen recht vernünftigen Eindruck. Was fehlt, ist Zeit. Kreative Gemüter, die gerne viel Ausprobieren und mit Google klarkommen, dürften sich jetzt schon zurechtfinden und auftauchende Probleme weniger als solche, sondern eher als Herausforderung ansehen. Wer XP als primäres System hat und Vista zum Testen und Probieren auf einer anderen Partition installiert kann nicht viel verkehrt machen. Vista über die Upgrade-Funktion zu installieren und folglich als einzigstes Betriebssystem zu nutzen ist, wie ich finde, vorerst nicht ratsam, wenn man nicht massig Geld für neue Softwarelizenzen ausgeben möchte. Nicht nur wegen der komplizierten Installation aus WinXP heraus (!Hörensagen!), sondern eventuell total inkompatibler Hardware, sehe ich das als recht risikobehaftet an.
Generell würde ich jedem, der keine Partition für Vista opfern möchte, empfehlen zu warten. Diese Empfehlung wird umso entschiedener, je weniger Erfahrung der User hat. Weniger Sorgen mache ich mir für Vista OEM PCs, da dort zumindest eine Basis an Software läuft und auch kompatible Hardware vorausgesetzt werden kann.
Für Umgestiegene: computerbase.de, wintotal.de und winfuture.de bieten jeden Tag neue Erkenntnisse und Lösungen für Vista. Ein täglicher Blick lohnt sich fast immer.
Bei Gelegenheit werde ich diesen Erfahrungsbericht um weitere Hinweise/ToDos etc. ergänzen.
