Bei den Lebensmitteln merken wir es doch am ehesten. An der Küste heißt es noch Brötchen, während es in Berlin schon Schrippen oder Schusterjungen sind. Die Sachsen hingegen reichen sich Knüppel über die Theke und in Süddeutschland versüßen die „Kaisersemmeln“ jedes Sonntagsfrühstück.
Die westlich der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze bekannten Frikadellen werden hierzulande nur sehr selten angeboten. Doch an einem Grillstand, der „Bouletten inna Schrippe verkofft“, fühlt sich ein Berliner heimisch. Bei der ostdeutschen Bezeichnung Broiler könnte man auf technische Instrumente und Ersatzteile kommen, aber wer würde im ersten Moment an Brat- bzw. Grillhähnchen denken?
Auch der typische „Berliner“ (nein, damit sind nicht die Einwohner unserer Hauptstadt gemeint) ist in Sonnenuntergangsrichtung eher als Krapfen bekannt. Ein Pfannenkuchen ist jedoch ein Eierkuchen. Und ohne -en (nur Pfannkuchen) haben wir wieder unseren „Berliner“!
Schwieriger wird es dann schon bei diesem Begriff „Soljanka“ existiert so gut wie auf keinem Speiseplan mehr, wobei Kochklopse, Jägerschnitzel oder sogar Würzfleisch selbst auf westdeutschen Speiseplänen zu finden sind.
Alltag
Viele von uns sind nach der Schule oft zum Mittagessen nach Haus gegangen. Und nicht selten hörte man „Komm, ich nehm dir den Tornister ab!“ Für viele Leute ein „Unwort“, für mich (Meck-Pomm) jedoch ein Stück Heimat.
Auch wenn ich heute an der Mittagsstraße vorbeifahre, muss ich immer im Stillen grinsen. Erinnert mich das große rote „K“ des stadtbekannten Supermarktes doch allzu sehr an das lang nicht mehr existierende rote „K“ des Konsums in meiner Heimatstadt.
Da fällt mir ein: Sigmund Jähn – der einzige Kosmonaut der DDR. In westdeutschen Gefilden werden die „Sternenfahrer“ auch Astronaut genannt.
Durch das eilige Voranschreiten der Beamertechnik fast schon aus dem Blickfeld verloren, gibt es an unserer Universität nach wie vor Polyluxe. „Internationalisiert“ schimpft es sich nun „Overheadprojector“.
Manchmal sind es auch nur Endungen von Wörtern, die oft die Herkunft verraten: sind sich Plaste (ostdeutsch) und Plastik (westdeutsch) doch sehr sehr ähnlich.

Kennt ihr auch solche Doppelwörter? Oder wolltet ihr schon immer mal wissen, ob es für ein bestimmtes Wort eine andere ost- oder westdeutsche Bezeichnung gibt? Dann seid ihr hier genau richtig. Helft uns und sammelt mit.
Liebe Frau Chefredakteurin: hier nun Ihr Kullerkeks: * g*
P.S.: Leider scheint es ein Irrglaube von mir persönlich zu sein, dass Kullerkekse in Ostdeutschland bekannt sind. Daher nun der Test: wer kennt "Kullerkekse" oder weiß mit diesem Begriff etwas anzufangen?
Hier die Auflösung zu den Kullerkeksen:
Die Kullerkekse sind so ein kleines Überbleibsel aus meiner Kindheit. War man mal doof drauf oder etwas mürrisch bzw. auch mal schwer nachdenklich mit runzelnder Stirn dann bekam man egal wo (ob zu Hause, im Kinderharten oder auch in der schule) die Frage:
Willste nen Kullerkeks?
Nun, es gab keine echten Kekse, aber diese Frage bringt für gewöhnlich die Leute, die es kennen zum Lachen. Und egal wer, man antwortet irgendwie immer mit nein, weil man manchmal einfach zu weit mit den Gedanken weg ist und einfach erst mal in den "stör mich nicht, ich denke nach"-Gang schaltet.
edit:
Die LISTE
Ich habe mich hier nun auf die Begriffe konzentriert, die in den Diskussionen nicht tot diskutiert wurden und von daher klar zu zuordnen sind und zwar in der Folge West - Ost:
Tram - Straßenbahn
Orangen - Apfelsinen
T-Shirt - Nicky
Limonade - Brause
Garten mit Häuschen - Laube, Datsche
Schnitzel vom Schwein mit Pilzsauce - Jägerschnitzel (jedoch panierte Jagdwurst)
Jeans - Niethosen
Supermarkt - Kaufhalle
Die Bäckereischlawinitäten habe ich mal alle raus gelassen, da sie wirklich zum Teil von den Regionen wie auch einheimischen bzw. traditionsreichen Familienrezepten abhängen.
Die Liste wird immer wieder gern aktualisiert.
