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eMad - wenn Computer Dame spielen

Programmierwettbewerb der Erstsemester an der FIN

Wie jedes Jahr ist es den Erstsemestlern, die irgendwo in ihrer Studienrichtung den Begriff „Informatik“ stehen haben, vergönnt gewesen, ihre Fähigkeiten in einem Programmierwettbewerb miteinander zu messen. Die Grundaufgabe bestand darin, die künstliche Intelligenz eines Damespieler zu schreiben, der sich nicht nur an die Regeln hält, sondern auch einen vorgegeben Testspieler besiegt. Danach durften dann alle Spieler, welche diese Bedingung erfüllten, gegeneinander antreten. Als kleinen Ansporn sponserte die Firma icubic einen iPod für den Sieger. Am 6. Juli fand der Endausscheid statt.

Spieler schreiben, Regeln beachten, Klaus besiegen. Das waren zumindest die Vorgaben, damit man einen Beleg erhält, mit dessen Hilfe man dann an der EAD Prüfung am Ende des zweiten Semester teilnehmen kann. Sicher gab es einige, die nach der Erfüllung dieser Aufgabe mit ihrem Spieler zufrieden waren. Die Schwierigkeit bestand eigentlich nur darin, dass man das Spiel beendet, ohne gegen die Regeln zu verstoßen, denn der Testspieler war keine wirkliche Hürde. Er war mehr als gutes Quelltextbeispiel gedacht, um sich Anregungen zu holen und gegebenenfalls auch eine Grundlage zu schaffen.

Der Testspieler, namentlich „Klaus“ verfolgte die einfache Strategie, immer den vordersten Stein zu ziehen. Sollte das nicht mehr gehen, weil der Stein geschlagen oder blockiert ist, sollte er auf den nächsten ausweichen. Wenn man nun selbst einfach den Quelltext kopierte und so änderte, dass statt des ersten der letzte Stein gewählt wurde, lief Klaus direkt ins offene Messer, womit man die Anforderungen für den Beleg erfüllt hatte. Doch schon der eigene Anspruch führt dazu, dass der eigene Spieler etwas über diese doch recht primitive Variante hinaus wächst. Es ist dieses schöne Gefühl, aus „nichts“, etwas zu machen. Die ersten Schritte mitzuerleben, die teilweise noch über den Spielfeldrand hinaus gehen und mit jeder zusätzlichen Quelltextzeile seinen Spieler wachsen zu sehen, über das erste erfolgreich beendeten Spiel bis hin zu dem Punkt, an dem man selbst nicht mehr in der Lage ist, gegen seine Schöpfung zu gewinnen. Bei mir kam dieser Punkt recht früh, da ich kein wirklich guter Damespieler bin. Doch einige Kreationen - ich denke da vor allem an die zehn besten - dürften für den Durchschnittsmenschen nicht mehr zu besiegen sein.

Insgesamt nahmen an dem Wettbewerb 57 offizielle und 3 nicht offizielle Teams teil. Unter den drei sonstigen befand sich auch ein Spieler von Dr. Schallehn und Prof. Saake, was natürlich noch mal für zusätzliche Motivation sorgte. Gespielt wurde "jeder gegen jeden", was für 3540 Spiele verteilt auf 118 Spieltage sorgte. Bis zum Schluss war es spannend, da sich Asinus von Ivonne Schroeter und Thoams Low und TrEi KrEaDy von Alexander Burke und Alexander Dreiling einen erbitterten Kampf um den ersten Platz lieferten. Am Ende lagen beide punktgleich, so dass nur das Verhältnis von verlorenen zu geschlagenen Steinen Asinus zum Sieger kürte.

Ein großes Lob an die Verantwortlichen, die keine Mail unbeantwortet ließen und sich um den reibungslosen Ablauf des Ganzen kümmerten.
geschrieben von Waldmeister am 06.07.2006